Die mit dem Iran-Krieg verbundenen Unsicherheiten und Preissteigerungen insbesondere bei Energierohstoffen und Düngemitteln wirken sich negativ auf die Einschätzung der gegenwärtigen Lage und die Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft aus. Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist in der Frühjahrsumfrage 2026 von -2,4 auf -2,6 Punkte gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit 2016, berichtet die Rentenbank.
Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist noch deutlicher von -0,1 Punkte auf -1,2 zurückgegangen. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in der Entwicklung der Betriebsmittelpreise und der niedrigen Verkaufspreise für pflanzliche Produkte. Dennoch: Immerhin noch 69 % der befragten Landwirte beurteilen ihre derzeitige Lage als befriedigend oder besser. Im Dezember 2025 waren es 73 %.
Der Ausblick auf die kommenden zwei bis drei Jahre ist in der Summe aller Befragten dagegen etwas positiver als zuletzt. Die Bewertung der zukünftigen wirtschaftlichen Lage verbesserte sich von -4,6 auf -3,9 Punkte. Diese Entwicklung ist vor allem auf die positiveren Aussichten bei Betrieben der Milchvieh- und Rinderhaltung zurückzuführen. Insgesamt sieht knapp die Hälfte (42 %) der Befragten ihre Zukunftsaussichten als gleich an, 11 % bewerten sie als günstiger oder sehr viel günstiger (vorherige Umfrage: 48 % bzw. 8 %).
In den vergangenen 12 Monaten haben trotz der gedämpften Stimmung immerhin noch 71 % der befragten Landwirten investiert (Dezember 2025: 78 %). Das durchschnittliche Investitionsvolumen lag laut der Befragung bei 218.300 Euro (Dezember 2025: 202.300 Euro).
Oliver Mußhoff, Professor für „Landwirtschaftliche Betriebslehre“ an der Humboldt-Universität zu Berlin und aktiver Landwirt in Brandenburg, kommentier: „Die im Rentenbank-Agrarbarometer erkennbare leicht verbesserte Einschätzung der Liquiditätslage landwirtschaftlicher Betriebe überrascht zunächst. Aus meiner Sicht relativiert sich dieses Bild jedoch bei genauerem Hinsehen: Zum einen liegt die Bewertung weiterhin deutlich unter dem Niveau des Wertes aus dem Frühjahr 2025. Zum anderen kann der leichte Anstieg auch Ausdruck wachsender Unsicherheit sein – etwa im Hinblick auf künftig steigende Betriebsmittelpreise infolge geopolitischer Entwicklungen.”