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Quelle: Arla Foods

Arla-Halbjahresbilanz 2026

 

Arla Foods hat im ersten Halbjahr 2026 ein “sehr positives Ergebnis” erzielt. Die weltweit anhaltend hohe Nachfrage nach hochwertigen Molkereiprodukten sowie die deutliche Erholung des Markengeschäfts führten zu einem mengenbasierten Umsatzwachstum von 6,7 Prozent – eine deutliche Trendwende gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz erreichte 7,6 Mrd. Euro, während der Nettogewinn von 158 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 213 Mio. Euro anstieg.

Das Ergebnis wurde durch die wiedererstarkte Verbrauchernachfrage infolge normalisierter Preise in den Märkten sowie durch die weltweit zunehmende Nachfrage nach Molkenprotein getragen. Die strategischen Marken wuchsen in allen Regionen, wobei insbesondere die Bereiche Proteinprodukte und Sporternährung dynamisch zulegten. Aufgrund des starken Ergebnisses hat der Aufsichtsrat von Arla Foods eine halbjährliche Nachzahlung von 1 Eurocent pro Kilogramm Milch an die Landwirtinnen und Landwirte genehmigt.

Marken kehren auf Wachstumskurs zurück

Das mengenbasierte Umsatzwachstum des Markengeschäfts erreichte 6,7 Prozent – eine deutliche Trendwende gegenüber dem Vorjahreszeitraum –, wobei das Wachstum über alle Märkte und Kategorien hinweg breit gefächert war. Die Marke Arla kehrte mit einem Wachstum von 6,5 Prozent zurück, während Castello 4,0 Prozent erzielte und Lurpak sich auf 5,2 Prozent erholte – beide Marken erholten sich deutlich gegenüber dem Vorjahr. Puck setzte seine Dynamik mit einem Wachstum von 9,9 Prozent fort und Starbucks® Chilled Coffee steigerte sich gegenüber dem bereits starken Vorjahr um weitere 8,0 Prozent.

Arla Skyr wuchs um 39,6 Prozent und Arla® Protein um 34,4 Prozent. Gleichzeitig erzielte das Zutaten-Geschäft bei Arla Foods Ingredients (AFI) ein Umsatzwachstum von 19,3 Prozent auf 867 Mio. Euro. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch günstige Marktbedingungen und eine starke Nachfrage in den Schlüsselsegmenten. Der wachsende Bedarf an hochwertigen, proteinreichen Lebensmitteln stellt einen strukturellen Wandel dar, der langfristige Wachstumschancen sowohl für die Milchwirtschaft als auch für das Markenportfolio von Arla bietet.

Deutschlandgeschäft 

Im deutschen Markt entwickelte sich das Geschäft von Arla in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 ebenfalls insgesamt positiv und hat zum starken Ergebnis der gesamten Gruppe beigetragen. Das mengenbasierte Wachstum der strategischen Marken lag bei 6,3 Prozent und wurde insbesondere von der anhaltend hohen Nachfrage nach proteinreichen Milchprodukten getragen. Besonders stark entwickelte sich Arla Skyr (+62 Prozent), Arla Buko (+27 Prozent) und Arla Finello (+15 Prozent). Zusätzliche Impulse kamen aus dem Segment der Milchmischgetränke, wo vor allem Starbucks seinen Wachstumskurs fortsetzte.

Auch das Gesamtgeschäft entwickelte sich trotz eines herausfordernden Marktumfelds leicht positiv. Das mengengetriebene Umsatzwachstum lag bei 0,8 Prozent (vs. 1. HJ 2025) und wurde insbesondere von den Kategorien Butter, Streichfette, Skyr und Käse getragen. In Deutschland lag der an Landwirte ausgezahlte Arla-Preis für konventionelle Milch im ersten Halbjahr 2026 im Durchschnitt bei 41,00 Eurocent pro Kilogramm Milch. (bei 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß; Preis inkl. der vorgesehenen Halbjahresnachzahlung).

Niedrigerer Milchpreis in einem von hohem Angebot geprägten Markt

Während sich die Marken und die Nachfrage nach Molkenprotein positiv entwickelten, geriet der Milchpreis im ersten Halbjahr unter Druck. Das hohe Milchaufkommen in Europa, einschließlich deutlich gestiegener Milchanlieferungen innerhalb von Arla, belastete die globalen Rohstoffmärkte und damit auch die Verkaufspreise. Gleichzeitig fiel die Kosteninflation, die teilweise durch die Krise im Nahen Osten angetrieben wurde, höher als erwartet aus und reduzierte den Wert der Milch branchenweit zusätzlich.

Infolgedessen sank der Milch-Leistungspreis von Arla auf 43,6 Eurocent/kg gegenüber 57,5 Eurocent/kg im ersten Halbjahr 2025. Der vorausgezahlte Milchpreis ging auf 40,7 Eurocent/kg zurück. Das niedrigere Preisniveau belastete erwartungsgemäß den Umsatz. Starkes Markenwachstum und höhere Absatzmengen konnten diesen Effekt jedoch weitgehend ausgleichen und den Konzernumsatz stabil halten. Diese Entwicklung entspricht der Marktkorrektur, die Arla bereits zu Jahresbeginn angekündigt hatte, nachdem sehr hohe Milchmengen den Markt erreichten. Langfristig betrachtet, bewegt sich das Preisniveau weiterhin innerhalb eines normalen Marktzyklus. Arla kehrt eine halbjährliche Nachzahlung von 1 Eurocent/kg an die Landwirte aus.

Arla erhöht Investitionen

Die starke weltweite Nachfrage bestärkt Arla in seiner Überzeugung von der langfristigen Zukunft der Milchwirtschaft. Entsprechend investiert die Genossenschaft im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 322 Millionen Euro in ihren Märkten. Darüber hinaus beschloss Arla in diesem Halbjahr den Bau einer neuen Käserei am Standort Götene in Schweden. Mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Mio. Euro handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Die Anlage wird die am Standort verarbeitete Milchmenge nahezu verdoppeln und auf rund 1 Mrd. kg pro Jahr erhöhen. So stärkt sie die Versorgungssicherheit und erhöht den schwedischen Selbstversorgungsgrad bei Käse um etwa zehn Prozent. Die Produktion soll im Jahr 2030 beginnen.

Arla und DMK beginnen ihren gemeinsamen Weg

Nach Erhalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen haben sich Arla und DMK am 1. Juni offiziell unter dem Namen Arla zusammengeschlossen und damit Europas führende Molkereigenossenschaft im Besitz von Landwirten geschaffen. Gemeinsam vereinen sie rund 11.200 Genossenschaftsmitglieder und 28.800 Mitarbeiter sowie einen jährlichen Milchpool von rund 20 Mrd. kg.

Da die Fusion am 1. Juni wirksam wurde, ist lediglich ein Monat der DMK-Geschäftstätigkeit in den Halbjahreszahlen von Arla enthalten. DMK trug 409 Mio. Euro zum Umsatz bei, wodurch die Halbjahreszahlen insgesamt weitgehend mit denen des Vorjahres vergleichbar bleiben. Das volle Potenzial der gemeinsamen Genossenschaft wird sich im Laufe des kommenden Jahres zeigen.

Ausblick

Vor dem Hintergrund der Erholung der Marken hebt Arla die Prognose für das mengenbasierte Umsatzwachstum der strategischen Marken für das Gesamtjahr von bislang 1,0 bis 3,0 Prozent auf nunmehr 4,0 bis 6,0 Prozent an. Diese Anhebung spiegelt die zugrunde liegende Verbrauchernachfrage wider und stellt lt. Unternehmensangaben eine echte operative Verbesserung dar, unabhängig von der Fusion.

Die übrigen Jahresprognosen wurden infolge des Zusammenschlusses mit DMK an die neue gemeinsame Genossenschaft angepasst und sind daher nicht direkt mit dem im Februar veröffentlichten Ausblick vergleichbar, der sich ausschließlich auf Arla vor der Fusion bezog. Der Konzernumsatz wird nun bei 16,8 bis 17,6 Mrd. Euro erwartet, wobei sieben Monate der DMK-Geschäftstätigkeit berücksichtigt werden. Der Gewinnanteil soll weiterhin innerhalb der Zielspanne von 2,8 bis 3,2 Prozent liegen.

Die Marktbedingungen dürften weiterhin volatil bleiben. Die hohe Milchproduktion belastet nach wie vor die globalen Milchpreise, allerdings deuten erste Anzeichen auf eine mögliche Stabilisierung und schrittweise Erholung im weiteren Jahresverlauf hin.

 

 

 

 

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