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Projekt Hofkäsequalität entwickelt Sensorik-System

Das Projekt Hofkäsequalität ist mit der Übergabe des Förderbescheids in Pohlheim gestartet. Das EIP-Agri-Vorhaben trägt den vollständigen Titel „Hofkäsequalität – Entwicklung eines sensorischen Qualitätssicherungssystems für Hofkäsereien“. Die Förderung übernehmen das Landwirtschaftsministerium Hessen und die Europäische Union im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit.

Staatssekretär Daniel Köfer vom Landwirtschaftsministerium Hessen übergab den Bescheid an Dr. Edith Kalka von der Universität Kassel in Witzenhausen und Marc Albrecht-Seidel vom Verband für handwerkliche Milchverarbeitung (VHM).

Sensorische Prüfung freier Hofkäsesorten

Hofkäsereien stellen überwiegend freie Käsesorten in handwerklichen Verfahren her. Diese können sich bei Aussehen, Geruch, Aroma und Konsistenz deutlich von industriell produzierten Käsesorten unterscheiden. Natürliche, nicht standardisierte Rohstoffe führen zudem dazu, dass sich die Milch unter anderem mit der Futtergrundlage, dem Wetter und der Temperatur verändert.

Für solche freien Käsesorten fehlen bislang angepasste sensorische Prüfverfahren und objektive Entscheidungsgrundlagen für Produktentwicklung und Qualitätskontrolle. Das Projekt Hofkäsequalität soll dafür ein praxisnahes Qualitätssicherungssystem schaffen.

QS-Handbuch und Sensorik-Koffer für die Praxis

Unter Leitung des Fachgebiets Agrartechnik der Universität Kassel in Witzenhausen mit Dr. Edith Kalka und Prof. Dr. Oliver Hensel arbeiten der VHM und vier Hofkäsereien an dem System. Beteiligt sind das Hofgut Oberfeld in Darmstadt, das Hofgut Kapellenhof in Hammersbach, die Käserei LWG Dottenfelderhof KG in Bad Vilbel und Der Berghof in Schöllkrippen.

Im Projekt Hofkäsequalität entstehen zwei Werkzeuge: ein digitales QS-Handbuch mit Anleitungen, Checklisten und Bildreferenzen für Qualitätsmerkmale und Abweichungen sowie ein QS-Sensorik-Koffer mit sensorischen Referenzmaterialien. Dazu sollen unter anderem Riechstifte für Hofkäsearomen gehören.

Die beteiligten Betriebe entwickeln und erproben die Sensorik-Werkzeuge in den kommenden drei Jahren in Workshops. Nach fortlaufender Optimierung sollen sie zunächst in Hessen und später bundesweit in Beratung und Weiterbildung eingesetzt werden.

Am Ende der Projektlaufzeit sollen das QS-Handbuch und der Sensorik-Koffer als Bildungstool zur Verfügung stehen. Der VHM plant, die Ergebnisse auch über die Laufzeit des Vorhabens hinaus einzusetzen. Als bestehendes Werkzeug in der Praxis und der Beratung nennt der Verband die aus einem früheren EIP-Projekt hervorgegangene Käsefehlerdatenbank.

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