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BRS zum Weltmilchtag

Am 1. Juni findet der Weltmilchtag statt. Er wurde 2001 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband (IDF) ins Leben gerufen. Der Weltmilchtag wird in mehr als 30 Ländern zum Anlass genommen, um auf die besonderen Leistungen unserer Kühe und das wertvolle Lebensmittel Milch aufmerksam zu machen.
Kuhmilch ist in vielen Ländern ein wichtiger Lieferant von Eiweißen, Vitaminen und Mineralstoffen. Ein Glas Milch (200 ml) deckt bereits 11 Prozent des täglichen Eiweißbedarfs. Darüber hinaus erbringen Milchkühe weitere wichtige Leistungen. Wiederkäuer sind natürliche „Bioreaktoren“, die für den Menschen ungenießbares Pflanzenmaterial in hochwertige Nahrungsmittel umwandeln. Selbst aus dem Eiweißanteil einer durchschnittlichen Futterration, der theoretisch auch für den Menschen nutzbar wäre, erzeugt die Milchkuh mehr als doppelt so viel hochwertiges Milcheiweiß, das dem pflanzlichen Ausgangsmaterial qualitativ überlegen ist.
Die verdauten Pflanzenteile sind als Dung auf den Feldern ein idealer Pflanzennährstofflieferant und ermöglichen die Einsparung mineralischer Dünger. Somit ist eine Landwirtschaft ohne Rinderhaltung undenkbar! Rinder machen Grünlandflächen für die Nahrungsmittelproduktion nutzbar, da sie das Gras dieser Flächen verdauen können. Rund 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland sind Wiesen und Weiden, die zumeist aus geografischen oder naturschutzfachlichen Gründen nicht als Ackerland genutzt werden können. Grünlandflächen sind effektive Kohlenstoffspeicher und somit wichtig für den Klimaschutz. Ein Hektar Dauergrünland, das sind 10.000 Quadratmeter, speichert bis zu 200 Tonnen Kohlenstoff! In Deutschland wären das rd. 940 Mio. Tonnen. Das entspricht rd. 3,4 Milliarden Tonnen CO2.*
Eine klimaneutrale Milcherzeugung ist vermutlich kaum zu erreichen, aber im internationalen Vergleich steht die deutsche Milchwirtschaft sehr gut da. Mit 1,4 kg CO2-Äquivalent (eq) je kg Milch liegen die Emissionen unter dem weltweiten Durchschnitt. Nur in den USA sind die Emissionen mit 1,2 kg CO2eq je kg Milch noch geringer. In Westafrika sind es 18,5 kg CO2eq. Dies macht deutlich, dass eine nachhaltige Intensivierung in der Milcherzeugung eine wichtige Stellschraube für den Klimaschutz darstellt.
Nicht zu vergessen ist der Genussfaktor: ohne Milch keine Butter, kein Joghurt, kein Käse. Lebensmittel, auf die die Mehrheit der Deutschen nicht verzichten möchte.

* Ein Kilogramm Kohlenstoff entspricht rd. 3,67 kg C02eq

Prof. em. Poppinga: „Die Milchkuh ist mit ihrer Fähigkeit, aus für den Menschen unverdaulicher Pflan
zenmasse wertvolle Nahrungsmittel zu produzieren, eher das achte Weltwunder“

 

Foto: Arla Foods

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