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Verpackung
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Mehrweg im Praxistest

 

Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) stellt die Lebensmittelwirtschaft vor eine grundlegende Veränderung. Ab 2030 gelten verbindliche Mehrwegquoten im B2B-Bereich, bestimmte Einwegmaterialien werden untersagt und Gebinde müssen digital rückverfolgbar sein. Für Produzenten, Caterer und den Großhandel bedeutet das: Einwegbehälter verlieren ihre Rolle als Standardlösung. Zwei deutsche Unternehmen, PFABO und inotec, haben dazu ein gemeinsames Konzept entwickelt. Während PFABO auf einen robusten Mehrwegeimer mit begleitendem Service setzt, liefert inotec die Technologie für fälschungssichere und langlebige Kennzeichnung.

Noch immer dominieren Einwegkunststoffe den Transport von Lebensmitteln. Ob Salate, Suppen oder Desserts – täglich werden tonnenweise Produkte in starren 3- bis 10-Kilo-Gebinden bewegt, die nach einmaliger Nutzung entsorgt werden. Neben hohen Entsorgungskosten wächst die regulatorische Belastung. Mit der PPWR reagiert die EU auf diese Situation. Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft voranzubringen. Künftig müssen Verpackungen mehrfach genutzt und digital rückverfolgbar sein.

Verpackungen mit System

PFABO hat neben verschiedenen Gebinden von 1 bis 3 Litern nun auch einen 5,4-Liter-Mehrwegeimer entwickelt, der auf rund 500 Umläufe ausgelegt ist. Gefertigt aus recyclingfähigem Polypropylen, ist er stapelbar, temperaturbeständig von –20 bis +95 Grad Celsius und am Ende seines Lebenszyklus recycelbar. Durch anforderungsgerechte Produkte liegt die zusätzliche Besonderheit in der Systemlösung: PFABO übernimmt auch Rückführung, Reinigung und digitale Integration. Unter dem Schlagwort „Packaging as a Service“ wird Mehrweg so für Betriebe organisatorisch beherrschbar.

Kennzeichnung als Schlüsselfaktor

Damit Mehrweg funktioniert, müssen die Gebinde dauerhaft und eindeutig identifizierbar sein. inotec setzt dabei auf Inmould-Barcode-Labels. Diese werden beim Spritzguss fest in den Kunststoff eingebracht und sind somit abriebfest, chemikalienbeständig und hygienisch unproblematisch. Die Labels bestehen wie der Eimer aus Polypropylen, was sortenreines Recycling erleichtert. Mit GS1-konformen Codes lassen sich die Behälter in bestehende Warenwirtschaftssysteme integrieren und digital nachverfolgen.

Erfahrungen aus der Praxis

Dass die Lösung im Alltag funktioniert, zeigen erste Referenzen:

• Vivantes Gastronomie (Krankenhäuser): über 113.000 Umläufe, 3,1 Tonnen Einweg eingespart.
• BIO COMPANY (Lebensmittelproduktion und Handel): mehr als 42.000 Mehrwegzyklen, 3,2 Tonnen Einwegplastik vermieden.
• AllerLiebe GmbH (Start-up): vollständiger Einsatz von Mehrweg ab dem ersten Tag, über 19.000 Umläufe in zwei Jahren.
In allen Fällen ermöglicht die robuste Kennzeichnung eine lückenlose Rückverfolgung der Gebinde über die gesamte Lieferkette.

 

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