Bio
Quelle: BBV

Aufgabewelle droht

 

Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten die Zahl der bayerischen Ökobetriebe und Ökoflächen nur eine Richtung gekannt hatte – nach oben –, findet im Moment eine dramatische Rückwärtsentwicklung statt: Zahlreiche Biolandwirte mit Pflanzenfressern bereiten ihren Ausstieg aus dem Ökolandbau vor. Für diese Betriebe ist dies ein tragischer Einschnitt, da sie in der Regel Jahre und Jahrzehnte voller Überzeugung „Bio“ waren und nun wegen verschärfter EU-Vorgaben aus dem Ökolandbau hinausgedrängt werden. Die Bio-Ausbauziele – auf EU- und Deutschland-Ebene 25 Prozent Ökoflächenanteil bis 2030, für Bayern 30 Prozent – rücken in unerreichbare Ferne. Der Ökolandbau wird um mehr als ein Jahrzehnt zurückgeworfen, das Vertrauen der ökologisch wirtschaftenden Familienbetriebe erschüttert. Nicht zuletzt fehlt den Verarbeitern, zum Beispiel den Biomilch verarbeitenden Molkereien, der dringend benötigte Rohstoff.

Hintergrund ist eine verschärfte Auslegung der EU-Ökoverordnung und ein knapp vierjähriges, nun abgeschlossenes Pilotverfahren der EU-Kommission gegenüber Deutschland. Seit Ende 2024 steht fest, dass alle Öko-Pflanzenfresser künftig auf der Weide gehalten werden müssen. Die bisher möglichen Freigelände- und Frischluft-Alternativen Laufhof oder Auslauf reichen nicht mehr aus. Dies stellt nun viele Betriebe – insbesondere in Süddeutschland – vor enorme Herausforderungen, zum Beispiel weil ihr Stall mitten im Ort oder an vielbefahrenen Straßen liegt.

 

 

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