Die Molkerei Berchtesgadener Land hat das Förderprogramm „Artenreiche Landwirtschaft“ vorgestellt. Es umfasst sechs Maßnahmenpakete zur Förderung der Biodiversität auf den Höfen. Die Präsentation fand auf dem Genossenschaftsbetrieb der Familie Koch in Teisendorf statt.
Entwickelt wurde das Programm gemeinsam mit dem Landwirtschaftsamt, Biodiversitätsfachleuten der Landkreise, dem Landschaftspflegeverband, der Biosphärenregion und Landwirten. Nach Angaben der Molkerei soll es bestehende Förderangebote dort ergänzen, wo diese Lücken lassen. Die Projektverantwortung liegt bei der Nachhaltigkeitsbeauftragten Veronika Pletschacher und Julia Kainhofer aus der Landwirteabteilung.
Förderbeträge zwischen 150 und 5.000 Euro
Die Maßnahmen reichen von der Schaffung neuer Lebensräume für Insekten und Vögel über die Begrünung von Hofflächen bis zu Nisthilfen. Je nach Maßnahme erhalten teilnehmende Betriebe zwischen 150 und 5.000 Euro. Nistkästen stellt die Molkerei kostenfrei bereit; gefertigt werden sie von der Pidinger Lebenshilfe.
Ein Biodiversitäts- und Klimacheck soll die Entwicklung der Betriebe anhand etablierter Standards erfassen und die Wirksamkeit der Maßnahmen nachvollziehbar machen.
Beispiele für die Umsetzung erläuterte Elisabeth Koch bei einem Hofrundgang. Dazu gehörten ein Sandarium für bodennistende Wildbienen, ein Käferkeller, eine Lehmkuhle für Schwalben und eine Totholzhecke. Die Familie ist Mitglied und damit Miteigentümerin der Genossenschaftsmolkerei und liefert regionale Biomilch.
Zusammenarbeit mit Naturschutz und Landwirtschaft
Susanne Thomas, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands BGL, hat „Artenreiche Landwirtschaft“ im Expertenkreis begleitet. Bei der Vorstellung betonte sie das Zusammenspiel von Lebensräumen und den darin lebenden Arten sowie die notwendige Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz. Der stellvertretende Landrat im Berchtesgadener Land, Thomas Weber, bezeichnete den Erhalt der Artenvielfalt als gemeinsame Aufgabe und würdigte das Engagement der Landwirte.
Bernhard Pointner, Geschäftsführer der Molkerei Berchtesgadener Land, verwies auf die Bedeutung des Themas für die Vermarktung: „Biodiversität ist ein Kaufargument – genauso wie Regionalität. Wie schön, wenn man beides verbinden kann.“ Nach seiner Einschätzung interessieren sich Kunden zunehmend für konkrete Leistungen vor Ort statt für schwer nachvollziehbare Nachhaltigkeitsversprechen.
Weitere Informationen unter: bergbauernmilch.de