
Drei Wochen nach den Angriffen auf die Kühlanlagen französischer Supermärkte zeichnen sich nun in mehreren europäischen Ländern ähnliche Vorfälle ab. Heute Morgen wurde zudem über einen ähnlichen Vorfall in einem deutschen Supermarkt berichtet. Kühlanlagen abzuschalten, ist eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, um erheblichen Schaden anzurichten. Innerhalb weniger Stunden können Waren verderben, Regale leer bleiben und hohe finanzielle Verluste entstehen. Dafür braucht es nicht einmal besonders ausgefeilte Schadsoftware.
Ein Problem ist, dass die Software solcher Anlagen häufig veraltet ist und sich nur schwer aktualisieren lässt. Sicherheitslücken bleiben dadurch oft über lange Zeit bestehen und machen die Systeme zu leichten Zielen. Insbesondere die Verwaltungsschnittstellen von OT-Systemen (Operational Technology) sollten daher niemals ohne strenge Zugriffskontrollen über das Internet erreichbar sein.
Hinzu kommt, dass Kühlanlagen häufig in Netzwerke eingebunden sind, in denen die einzelnen Systeme kaum voneinander abgeschottet sind. Oft werden die Anlagen zudem von externen Dienstleistern aus der Ferne verwaltet und sind mit zentralen Plattformen verbunden. Das erleichtert zwar den Betrieb, kann aber auch Angreifern in die Hände spielen. Haben sie erst einmal Zugang zum Netzwerk, können sie sich häufig nahezu ungehindert von einem Gerät zum nächsten bewegen – unter Umständen sogar über mehrere Standorte hinweg.
Einzelhändler können nicht davon ausgehen, jeden Angriff verhindern zu können. Das gilt umso mehr, da Angreifer das Internet gezielt nach ungeschützten OT-Systemen durchsuchen und diese häufig entdecken, bevor die Sicherheitsteams selbst darauf aufmerksam werden. Entscheidend ist deshalb, dass sich ein erfolgreicher Angriff nicht ungehindert ausbreiten kann. Dafür müssen Unternehmen zunächst wissen, welche Geräte in ihren IT- und OT-Umgebungen miteinander vernetzt sind, wer für sie verantwortlich ist und mit welchen anderen Systemen sie kommunizieren.