Zusätzliche Produktionskapazität muss nicht zwingend durch Neubauten entstehen. Stattdessen lassen sich bestehende Anlagen und Prozesse gezielt optimieren. Rachel McGinness, RD&E-Programmleiterin bei Ecolab, erklärt, dass Engpässe in der Molkenverarbeitung nicht nur auf die Membransysteme zurückzuführen sind, die für die Filtration und Konzentration der Proteine verantwortlich sind. Auch Pasteurisierer, Verdampfer und Sprühtrockner können zu Flaschenhälsen werden, insbesondere bei der Herstellung hochkonzentrierter Produkte wie WPC80 oder WPI90. Selbst wenn die Membranprozesse optimiert werden, kann die Gesamtproduktion weiterhin durch nachgelagerte Prozessschritte limitiert sein.
Ein zentraler Ansatzpunkt zur Kapazitätssteigerung ist die Optimierung der CIP-Reinigungszyklen. McGinness betont, dass CIP nicht als Stillstandszeit betrachtet werden sollte, sondern als integraler Bestandteil des Produktionsprozesses. Membransysteme sind hydraulische Systeme, die gereinigt werden müssen, sobald der Druck zu stark ansteigt. Verbesserte Reinigungsprotokolle können erhebliche Zeitgewinne bringen: Einsparungen von 15 bis 45 Minuten pro CIP-Zyklus sind möglich. Auf Anlagen, die nahezu durchgehend laufen, summieren sich diese Einsparungen über das Jahr zu hunderten Stunden zusätzlicher Produktionszeit – genug, um signifikante Mengen zusätzlicher Molke zu verarbeiten.
Neben Prozessoptimierungen spielen digitale Technologien und künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle. Moderne Monitoring-Systeme erfassen Daten aus jedem Produktions- und Reinigungszyklus automatisch und ermöglichen es, Trends und Probleme frühzeitig zu erkennen. Dadurch können Anlagenbetreiber schneller reagieren und Produktionsausfälle vermeiden. Während einige Molkereien bereits digitale Tools nutzen, arbeiten andere noch mit manuellen Logbüchern. Für Unternehmen, die bereits Daten sammeln, ist der Schritt zu KI-gestützten Analysen vergleichsweise klein und bietet ein attraktives Verhältnis von Kosten zu Nutzen.
Jede CIP sollte lt. Ecolab individuell analysiert werden, um Zeitpotenziale zu identifizieren; Reinigungszyklen sollten verkürzt werden, ohne die Wirksamkeit zu beeinträchtigen; die Membranleistung kann durch bessere Pflege gesteigert werden; zusätzliche Membranelemente könnten die Kapazität erhöhen, erfordern aber hydraulische Anpassungen; digitale Überwachung und KI helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und Produktionszeit zu sichern.
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