Markt

Wir brauchen eine starke heimische Landwirtschaft

 

Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der LV Milch NRW, erläuterte auf der Halbjahrespressekonferenz  der LV NRW am 15. Juli in Krefeld die Lage auf dem NRW-Milchmarkt: Die Verbraucherpreise für Milch und Milchprodukte seien in den vergangenen Monaten insgesamt leicht zurückgegangen, eine Ausnahme stellen jedoch die niedrigen Butterpreise dar, diese hätten sich nahezu halbiert. „Milch und Milchprodukte erfreuen sich sowohl auf der Verbraucherseite als auch im Handel einer anhaltend hohen Nachfrage“, erklärte Hans Stöcker, Rheinischer Vorsitzender der LV Milch NRW. „Gleichzeitig stehen die Milchviehbetriebe wirtschaftlich unter Druck. Trotz der guten Nachfrage liegt der Auszahlungspreis für Milch unter dem Vorjahresniveau, während die Kosten – unter anderem für Energie, Düngemittel und weitere Betriebsmittel – weiter hoch sind. Politik und Gesellschaft sind deshalb gemeinsam gefordert, die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige und sichere Lebensmittelversorgung in Deutschland zu schaffen. Angesichts geopolitischer Konflikte und wachsender Abhängigkeiten gewinnt eine starke heimische Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung.“

Von Januar bis April wurden in NRW im Vorjahresvergleich 6,5% mehr Milch gemolken, deutschlandweit sogar 6,7%. Auch in der EU (4,2%) und weltweit ist im ersten Quartal ein Anstieg zu beobachten. In Nordamerika nahm die Milchproduktion um 2,8% zu, in Südamerika um 4,3% und in Ozeanien um 4,7%. Die Notierungsergebnisse zeigen sich im ersten Quartal 2026 bei Butter und Käse unterdurchschnittlich. Bei Magermilchpulver sind die Ergebnisse deutlich über den Vorjahren – bei sinkender Tendenz. Trotz höherer Verbraucherpreise ist in den ersten Jahresmonaten der Absatz von Quark (+13,4%), Käse (+4,8%) und Joghurt (+3,7%) gestiegen.

 

Die Erzeugerpreise mit 37,56 Cent/kg für konventionell erzeugte Milch (4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß) rangieren in NRW im ersten Quartal mit einem Minus von 28,4 %, bzw. -14,88 Cent/kg gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für die Biomilcherzeugung ist mit einem Auszahlungspreis von im Mittel 62,63 Cent/kg die Situation mit 2,9 % über dem Vorjahr gut. Trotz einer um 16,8 % höheren Biomilchanlieferung an Molkereien im ersten Quartal 2026 ließen sich höhere Preise für Erzeuger (+2,9%) und im Handel (+6,7%) erwirtschaften. Der Abstand zwischen Konventionell und Bio zeigt sich im ersten Quartal so hoch wie noch nie.

 

Hier noch einige Fakten zum NRW-Milchmarkt

 

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