Das unerwartet hohe Milchaufkommen seit Mitte 2025 hat den Milchmarkt vom Verkäufermarkt in einen Käufermarkt drehen lassen, stellte Monika Wohlfarth, Geschäftsführerin des Marktberichterstatters ZMB, am 15. April in Berlin vor der Jahresversammlung des BuMo Pro e. V. Bundesverband feiner Lebensmittel fest. Die Milcherzeuger reagierten wie immer auf hohe Margen mit Mehrproduktion. 2025 gab es eine gute Nachfrage nach Milchprodukten am Weltmarkt und im LEH, die EU hat nach Preisrückgängen wieder höhere Mengen exportieren können, so dass sich die Preise bei steigenden Exporten stabilisiert haben. Bislang sind noch keine Anzeichen für Einschränkungen der Milcherzeugung erkennbar, so Wohlfarth, zunächst gibt es auch noch gute Grundfutterreserven. Die Milcherzeugerpreise werden teilweise noch sinken, aber weniger stark als ursprünglich erwartet, lautete die Prognose der Marktexpertin. Wegen der Erlöslage aufgeschobene Aufgaben von Milchviehhaltungen werden bei sinkenden Milchpreisen voraussichtlich nachgeholt und in Niedersachsen müssen Anbindehalter ohnehin aufgeben. Insgesamt herrscht hohe Unsicherheit im Markt durch den Iran-Krieg, die Diesel- und Düngerkosten steigen deutlich an.
Markt
- Roland Sossna
Quelle: ZMB / BuMoPro