Markt
Quelle: BVE

Konjunktur bleibt schwach

 

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Ernährungsindustrie bleibt angespannt. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht 02|2025 der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).

Im zweiten Quartal 2025 lag das preisbereinigte Umsatzwachstum bei lediglich plus 0,1 Prozent, im dritten Quartal bei plus 0,4 Prozent. Während das Auslandsgeschäft zulegte (+3,8 Prozent im zweiten Quartal, +2,6 Prozent im dritten Quartal), entwickelte sich das Inlandsgeschäft rückläufig (-2,0 Prozent im zweiten Quartal, -0,9 Prozent im dritten Quartal). Nominal erwirtschaftete die Branche Umsätze von 60,5 Milliarden Euro im zweiten und 61,1 Milliarden Euro im dritten Quartal. Insgesamt blieb die konjunkturelle Dynamik insbesondere im Inland somit schwach, spürbare Wachstumsimpulse blieben aus. Im Auslandsgeschäft können mögliche Vorzieheffekte im Zuge der angedrohten Zölle der US-Administration zudem das Gesamtbild verzerren.

Diese Entwicklung gewinnt vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage zusätzlich an Brisanz. Der Iran-Krieg und die damit verbundenen Verwerfungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten verschärfen die bestehenden Unsicherheiten erheblich. Bereits zuvor hatten unter anderem steigende Bürokratie und ein schwaches Konsumklima die Unternehmen belastet.

Wie ernst die Lage ist, zeigt auch die BVE-Blitzumfrage zur Resilienz und Krisenvorsorge. Bereits vor der aktuellen Eskalation stuften rund 72 Prozent der Unternehmen die Volatilität der Energiepreise als mittlere bis starke Gefährdung ein, mehr als die Hälfte sah Risiken bei Rohstoffen und Stromversorgung. Gleichzeitig haben die Unternehmen umfassend reagiert: Die große Mehrheit verfügt über Notfall- und Krisenpläne, investiert in IT-Sicherheit und diversifiziert Lieferketten. Doch die Möglichkeiten betrieblicher Vorsorge stoßen an ihre Grenzen. Wenn Energiepreise dauerhaft hoch und unberechenbar bleiben, geraten selbst gut vorbereitete Unternehmen unter Druck.

“Die Unternehmen sind zwar krisenerprobt, aber sie können nicht dauerhaft gegen strukturell zu hohe Standortkosten anproduzieren. Wenn selbst resiliente Unternehmen an ihre Grenzen kommen, braucht es angekündigte Reformen, die die Wirtschaft entlasten, und klare, langfristige Antworten auf zu hohe Energiepreise”, sagt Marcel Winter, Leiter des BVE-Büros in Brüssel.

 

Verwandte Artikel

A n z e i g e

Papierfabrik Niederauer Mühle: PaperLoop

Neues Wellpappenrohpapier mit garantiertem Anteil recycelter Getränkekartonfasern...
News

Jahrestagung Milchindustrie-Verband 2026

Zwischen Preisdruck, Regulierung und Digitalisierung...
Technik

Einfach zuverlässig

Videojet stellt neue Thermal-Inkjet-Drucker für hochauflösende Kennzeichnung vor...
Unternehmen

Umbauarbeiten abgeschlossen

Inalpi Nutrition produziert nun MPC, MPI, MCC und MCI...
News

Deutscher Milchmarkt unter schwierigen Rahmenbedingungen

Jahrestagung 2026 des Milchindustrie-Verbandes in Dresden...
Länderbericht

Büffelmilch-Mozzarella wird knapp

Streik der LKW-Fahrer in Italien trifft Spezialitätenhersteller...
Unternehmen

Fossilfreier Betrieb

Arla investiert 3,1 Mio. € in schwedischen Standort...
Nach oben scrollen