Markt
Quelle: Rabobank

7% Lebensmittelpreis-Inflation zu erwarten

Lebensmittel werden voraussichtlich wieder teurer werden. Da nun davon ausgegangen wird, dass die Energiepreise länger auf hohem Niveau bleiben, wird sich dies ab Ende 2026 in den Preisen von Supermärkten und Restaurants niederschlagen. Für 2027 prognostizieren die Analysten der Rabobank eine Lebensmittelpreisinflation von 7 % (speziell für die Niederlande).

Sollten die hohen Öl- und Gaspreise – wie erwartet – bis ins Jahr 2027 anhalten, wird der zu erwartende Kostenanstieg zu groß sein, als dass die Lieferkette ihn auffangen könnte. Der Umstieg auf günstigere Produkte oder Vertriebskanäle ist für eine stetig wachsende Gruppe von Verbrauchern keine Option mehr. Das Dilemma zwischen höheren Preisen und geringeren Absatzmengen wird daher – erneut – im Laufe dieses Jahres zu hitzigen Preisverhandlungen zwischen Herstellern, Supermarktketten und Gastronomieunternehmen führen.

Die aktuellen Energiepreisspitzen schlagen sich nicht sofort in den Lebensmittelpreisen nieder. Ein Großteil des Energieverbrauchs findet relativ früh in der Lieferkette statt – beispielsweise bei Düngemitteln, Tierfutter oder im Transportwesen – und es dauert eine gewisse Zeit, bis die Endverbraucherprodukte in die Regale gelangen. Auch Lagerbestände und Terminkontrakte dämpfen die Auswirkungen vorerst. Wenn die hohen Energiepreise lange genug anhalten, wird sich dies ändern.

Die für 2027 erwarteten durchschnittlichen Energiepreise liegen rund 35 % über dem Preisniveau für Öl und Gas im Jahr 2025. Die Kombination aus geringen Margen in der Branche und einer starken Abhängigkeit von Energie macht es für den Sektor praktisch unmöglich, Preissteigerungen dieser Größenordnung vollständig aufzufangen. Die Weitergabe der Kosten an den Verbraucher scheint die naheliegendste Lösung zu sein.

Die Lebensmittelinflation wird Anfang 2027 ihren Höhepunkt erreichen, da die Ergebnisse der Preisverhandlungen gegen Ende dieses Jahres sichtbar werden.

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