Die Branchenorganisation Milch (BO) hat ein Modell zurMengenführung für Molkereimilch beschlossen.
Dreistufiges System
Den Rahmen bildet ein dreistufiges System mit Vertrags-,Börsen- und Abräumungsmilch. Vertragsmilch muss marktkonform sein und einemgesicherten Absatzpotenzial entsprechen. Sie wird zwischen Verarbeiter undLieferanten in mindestens einjährigen Verträgen kontrahiert. Für diePreisbildung gilt ein Richtpreis.
Milch, die darüber hinaus produziert wird, muss über einevon der BO beaufsichtigte Börse gehandelt werden.
Die dritte Stufe des Systems bildet „Abräumungsmilch", d.h. Rohmilch,die aufgrund einer unvorhersehbar negativen Marktentwicklung weder alsVertrags- noch als Börsenmilch abgesetzt werden kann. In diesem Fall wird einevon der BO festgelegte Milchmenge aus dem Markt genommen.
Für die Vertrags- und Börsenmilch wird eine Preisschwelleeingeführt. Milch, die unter dieser Schwelle von Verarbeitern gekauft wird,muss ohne staatliche Beiträge in Form von definierten Produkten in Staatenaußerhalb der EU exportiert werden. Damit soll Preisdumping verhindert werden.
Das Modell soll per 01.01.2010 gelten. Damit esflächendeckend umgesetzt wird, beantragt die BO beim Bundesrat, das Modell fürallgemeinverbindlich zu erklären. Auch eine Abgabe der Bauern und Verarbeitersoll als allgemeinverbindlich erklärt werden, um Maßnahmen zur Entlastung derButterlager im Umfang von 3.500 t zu finanzieren: Von Januar bis April 2010sollen die Produzenten 1 Rappen 0,66 Cent) pro kg vermarkteter Milch beitragen,und von Mai bis August 2010 sollen die Verarbeiter eine Abgabe auf zu Butterverarbeiteten Rahm von 1 Franken (0,66 €) je kg Fett leisten.
Führungsduo
Seit der Gründung der BO Milch führten Hansjörg Walter alsPräsident sowie Jacques Bourgeois und Martin Rufer als Geschäftsführer dieOrganisation interimistisch. Das Präsidentenamt und die Geschäftsführung sindnunmehr ordentlich besetzt. Markus Zemp wurde am Freitag als ersterordentlicher Präsident gewählt, er tritt sein Amt am 1. Januar an.