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Milch kann mehr – als nur Schlagzeilen machen

 

 

 

 

Pressekonferenz der LV Milch NRW am 6. Januar, von links:Dr. Reinhard Pauw, Rudolf Heidhues, Hans Stöcker (Foto: molkerei-industrie)

 

Für das erste Halbjahr rechnet Rudolf Heidhues,Vorstandsvorsitzender der Humana Milchunion und Vorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen (LV), mit einem Milchpreis von 25 – 27 Cent. Wie Heidhues auf einer Pressekonferenz der LV am6. Januar in Krefeld berichtete, ist die Nachfrage am Weltmarkt inzwischen wieder relativ stabil, so dass die für die Marktentlastung wichtigen Exporte ins Laufen kommen.

Sekundiert wurde ihm von Hans Stöcker, ebenfalls Vorstandsmitglied der LV und bäuerliches Vorstandsmitglied bei FrieslandCampina. Stöcker wies auf die Trockenheit in Ozeanien und die Abschlachtungsaktionen in den USA hin – wenn die Nachfrage steigt, kann aktuell nur die EU sie bedienen.

„Alles weitere wird der Markt regeln", erklärte Heidhues in Richtung der Milcherzeuger. Veränderungen bei der Molkereistruktur könnten Marktschwankungen allenfalls etwas ausgleichen.

LV-Geschäftsführer Dr. Reinhard Pauw zufolge muss der Milchpreis gegenüber aktuell ~26 Cent um 10 Cent steigen, damit die Landwirte wieder eine wirtschaftliche Grundlage erhalten. Zwar sei vorsichtigerOptimismus für 2010 angebracht, doch hänge dies von drei Voraussetzungen ab:geringes Wachstum der Milcherzeugung, Stabilisierung der Nachfrage von Seiten der Industrie und der Verbraucher und Erholung der Drittlandsexporte, die wiederum vom Dollarkurs abhängig sind.

 

Preissenkungen: alle verlieren

Die Preissenkungen im Handel haben im vergangenen Jahr dieErwartungen nicht erfüllt, so Pauw weiter. Butter kostete mit 66 Cent/Stück zeitweise so wenig wie noch nie in der seit 1950 laufenden Preisnotierung, frische Vollmilch lag mit 58 Cent/l auf dem Niveau von 1980. Trotz dieser Preiskürzungen um ca. 20 % sei der Verbrauch der Basisprodukte wie Milch (- 6,1%) oder Joghurt (- 4,7 %) gesunken. Nur bei Butter ergab sich ein Plus von 3,8%. Quasi alle Handelsformen gingen als Verlierer aus der Preisschlacht, Gewinner war der Verbraucher, folgerte Pauw. Jedenfalls hat der niedrigeMilchpreis den Strukturwandel auf der Erzeugerseite beschleunigt: statt 2 – 2,5% gaben 2009 4,1 % der NRW-Milchlieferanten auf. Ob sich dies auch 2010 fortsetzen wird, ist offen.

Ein von der LV erstelltes Datenblatt zur Entwicklung der Milchwirtschaft in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr können Sie mit Klick auf das Thumbnail laden. 

 

Schulmilch

Das einzige Bundesland, in dem 2009 mehr Schulmilch abgesetzt wurde, war Nordrhein-Westfalen. Die LV beziffert das Plus mit 5 %, knapp 2,25 Mio. Liter Schulmilch wurden in 15.000 teilnehmenden Schulen und Kindergärten konsumiert. Pauw geht davon aus, dass ein Teil dieses Erfolgs auf ein an 400 Schulen von der LV mit Unterstützung von Bund und Land laufendes Förderprojekt zurückzuführen ist.

Insgesamt ist der Schulmilchabsatz in den letzten 15 Jahrenbundesweit um 60 – 65 % gesunken.

 

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