Philipp Goetz (Foto), Head of Sales and Business Development bei IFCN (International Farm Comparison Network), beschrieb auf dem heutigen online-Event „IFCN Global Dairy Tech Mapping 2024“ aktuelle Marktentwicklungen. 2023 lag der weltweite Durchschnittsmilchpreis (erwirtschaftet rein durch den Verkauf auf dem Weltmarkt) lt. IFCN-Berechnung bei 39,8 US-Cent und damit um 25,5% unter dem von 2022. Verglichen mit der Periode 2019 bis 2021 ergab sich ein marginales Plus von 0,4%. Gründe für den deutlichen Preisrückgang sieht Gietz in einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage, der weltweiten Inflation und dem gebremsten globalen Wirtschaftswachstum. Der aus dem Preisverfall, den steigenden Inputkosten der Milcherzeugung und dem schlechten Wetter resultierende Rückgang der Milchanlieferungen um weltweit 1,4% hätte lt. Goetz durchaus auch drastischer ausfallen können.
Aktuell zeichnet sich eine Erholung der Märkte und der Milchpreise ab. Diese wird aber lt. Goetz nicht zurück zu einem mit 2022 vergleichbaren Niveau führen. Denkbar sind für Goetz zwei Szenarien:
eine weiche Landung auf einem Preisniveau von ca. 45 US-Cent je Liter Milch
oder eine Fortsetzung der Achterbahnfahrt der Milchpreise hinunter auf unter 30 US-Cent, gefolgt von einer Erholung gegen Jahresende auf über 55 US-Cent.
Szenario 1 dürfte das wahrscheinlichere sein, so Goetz, da weltweit Rohstoffmangel herrscht und sich parallel die Weltwirtschaft wieder verbessert.