Wie
Prof. Hannes Weindlmaier (Foto: mi) am 1. Oktober auf der Weihenstephaner
Herbsttagung erklärte, gibt es derzeit kein allgemeingültiges Modell zur
einzelbetrieblichen Mengensteuerung – der geschätzten Hälfte der Molkereien ist
das auf sie in 2015 zukommende Problem auch noch gar nicht so recht bewusst.
Eine
Mengensteuerung durch Preisdifferenzierung
(A/B) sei keine Lösung, auch wenn sie aktuell bereits bei deutschen
Biomolkereien und bei einigen österr. Unternehmen praktiziert wird. Problem bei
diesem Modell ist, dass billige B-Milch Druck auf den Gesamtmarkt ausübt.
Einzelbetriebliche
Verhandlungslösungen, wie sie bei den Privatmolkereien üblich sind, beinhalten immer die
Gefahr, dass Bezugspreise nicht marktkonform festgelegt werden, da es keine
echten Referenzpreise gibt. Molkereien können schnell an die Grenze der
Leistungsfähigkeit stoßen, außerdem würde das Genossenschaftsmodell durch
solche Preisverhandlungen generell in Frage gestellt.
Sog.
Closed Shops funktionieren nur unter
gewissen Prämissen, vor allem muss eine Molkerei Spielraum beim Rohstoff haben
– Weindlmaier empfiehlt, nur 80 % des Bedarfs fest zu binden.
Interessanter,
bzw. diskussionswürdig erscheint das Fonterra-Modell.
Hier leisten die Erzeuger eine hohe Kapitalbeteiligung gemessen an ihrer
Anlieferung – etwa das Zehnfache dessen, was in Deutschland üblich ist. Die
Erzeuger genießen aber auch eine attraktive Rendite, die lag im Schnitt
zwischen 2004 und 2008 bei 6,6 %, in einzelnen Zeiträumen sogar bei über 13 %.
Es ist fraglich, ob deutsche Landwirte bereit sind, deutlich höhere Einlagen
als bisher zu leisten, ein Zwischenschritt wäre eine marktgerechte Verzinsung
der Anteile durch die Molkereien.