Die klassische Milchmarktpolitik hat
ausgedient, so Prof. Folkhard Isermeyer (Foto: mi) (Heinrich von
Thünen Institut) am 13. November auf der Tagung des
Wissenschaftlichen Beirats beim Milchindustrie-Verband in Hamburg.
Allfällige Überlegungen, die Quote zu kürzen, um so
Milchpreiseffekte zu erzielen, könnten allenfalls kurzfristig
wirken, sagte der Ökonom. Denn der hohe Außenschutz des
Binnenmarkts durch Zölle werde sich angesichts der Exportinteressen
der Industrie insgesamt nicht langfristig halten lassen. Damit
drohten der Branche Marktanteilsverlust bei nicht nachhaltigen
Preiseffekten. Zudem werde es für eine drastische Quotenkürzung,
die mindestens 10 % betragen müsste um Preiswirkung zu haben,
EU-weit auch keine Mehrheit erklärte Isermeyer.
Die künftige Steuerung des
Milchmarktes wird indirekt erfolgen: z. B. über die Biogasförderung
oder Klimaschutzauflagen bis hin zu neuen Begrenzungs-Besteuerungen,
so Isermeyer. Gerade die Biogaspolitik beeeinflusst die Standorte der
Milcherzeugung in hohem Maße, auch wenn es lt. Isermeyer wohl eher
zu einer Mischbewirtschaftung über Milch- und Biogasproduktion
kommen wird. Immerhin blockiert eine solche Mischung dann aber auch
das an sich nötige Wachstum der Höfe.
Isermeyer ist davon überzeugt, dass es
auch nach 2013 Direktzahlungen geben wird, hier müsse über eine
zielgerichtete Modulation sicher gestellt werden, dass benachteiligte
Gebiete in der Milcherzeugung bleiben können.