Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft Bundeslandwirtschaftsministerin
Ilse Aigner (CSU) im Hinblick auf die Lebensmittelkennzeichnung eine „unerträgliche
Desinformationskampagne“ vor. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Sprecher
Martin Rücker „man könnte das Agieren von Frau Aigner verstehen, wenn sie die
oberste Industrielobbyistin wäre, aber nicht Verbraucherministerin.“ Aigner
hatte zuvor in einem Zeitungsinterview das Aus für die sogenannte
Ampelkennzeichnung auf EU-Ebene verkündet. Die EU-Kommission stehe dem Modell
kritisch gegenüber und werde es deshalb nicht vorschlagen. „Auch die meisten
Verbraucher wissen, dass eine so pauschale Farbeinteilung nicht funktioniert“,
wurde die Ministerin weiter zitiert. Diese Behauptung nannte der
Foodwatch-Sprecher „geradezu unverschämt dreist.“ Das Gegenteil sei der Fall; laut
Foodwatch wollen rund 70 Prozent eine farbliche Kennzeichnung.