Das griechische Molkereiunternehmen Fage will eine vollständige Elektrifizierung seiner Joghurtfabrik, die im niederländischen Hoogeveen gebaut werden soll. Dies geht aus Unterlagen der Gemeinde Hoogeveen hervor. Aufgrund der Stickstoffproblematik konnte das Unternehmen keine Genehmigung für den Bau einer Fabrik im Industriegebiet Riegmeer in Hoogeveen erhalten. Der Grund dafür war, dass die Provinz Drenthe im Mai letzten Jahres das externe Netting, bei dem die Stickstoffrechte zum Teil einem Projekt und zum Teil der Wiederherstellung der Natur zugute kommen, auf Eis gelegt hatte.
Daraufhin beschloss Fage, die Anlage vollständig zu elektrifizieren. Die dem Genehmigungsantrag beigefügten Unterlagen beinhalten einen vollständig elektrischen Produktionsprozess anstelle von gasbefeuerten Anlagen. Dadurch würden die Stickstoffemissionen auf nahezu Null sinken. Die geringfügige Ablagerung von Stickstoff, die infolge der Bauarbeiten in zwei Naturschutzgebieten verbleibt, dürfte einer Genehmigung nicht im Wege stehen. Der neue Antrag wurde Anfang Oktober bei der Provinz Drenthe eingereicht. Die Bewertung und Prüfung des Antrags wird voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Bei dem früheren Antrag auf eine Umweltgenehmigung hatten mehrere Parteien, darunter Naturschutzorganisationen, mehrere Anwohner und DOC Kaas, Einwände gegen die Ansiedlung der Joghurtfabrik von Fage in Hoogeveen erhoben. DOC Kaas war beispielsweise der Meinung, dass Fage nicht genug zur Verringerung der CO2-Emissionen unternimmt. Ursprünglich wollte Fage Dampf mit Hilfe von Gasverbrennung erzeugen. Dieses Problem scheint mit den neuen Plänen gelöst worden zu sein. DOC Kaas wies jedoch auch auf einen möglichen starken Rückgang der Milchviehhaltung in der Region und die Folgen für die Milchwirtschaft hin.