Führende CSU-Politiker haben sich von der Ablehnung des deutschen Forderungskatalogs beim EU-Agrarministertreffen sehr enttäuscht gezeigt. Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) sprach von einem „ernüchternden Ergebnis". CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt schimpfte gar: „Die Ignoranz der EU gegenüber den Milchbauern ist unerträglich." Brunner sagte, EU-Agrarministerin Mariann Fischer-Boel habe sich damit nicht für eine zweite Amtszeit empfohlen. „Kommissionspräsident Barroso muss ein Machtwort sprechen und Frau Fischer-Boel anweisen, den erklärten Willen von 15 EU-Länder im Agrarministerrat umzusetzen", forderte Dobrindt. Fischer-Boel hatte am Montag den Vorstoß abgelehnt, zur Unterstützung der Milchbauern unter anderem die Exportzuschüsse für Milchprodukte und die Ausgleichszahlungen für nicht abgesetzte Milch zu erhöhen sowie die Beimischung von Milchpulver in Tierfutter wieder zu unterstützen. Außerdem hatten Deutschland und Frankreich sowie vier weitere EU-Staaten die Beibehaltung der Milchquote zur Stabilisierung des Milchpreises gefordert.