„Nach harten Verhandlungen bin ich mit dem Koalitionsvertrag recht zufrieden. Insgesamt würde ich die neue Bundesregierung und den Koalitionsvertrag durchaus als bauernfreundlich bezeichnen", so DBV-Präsident Gerd Sonnleitner auf der Agrarkredittagung 2009 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes am 17. November in Berlin. Die Bundesregierung bekenne sich zur Marktorientierung und zum bäuerlichen Unternehmertum und betone gleichzeitig ihre Verantwortung für eine soziale und gesellschaftliche Abfederung. Außerdem werde mit dem Sofortprogramm für die Landwirtschaft eine beachtliche Krisenhilfe geleistet. Um die Probleme auf dem Milchmarkt dauerhaft zu überwinden, forderte Sonnleitner eine neue Milchstrategie. Dringend erforderlich seien Fortschritte in der Bündelung des Angebots der Molkereiwirtschaft gegenüber den Handelsketten. Optimistisch zeigte sich aber Sonnleitner darüber, „was in den letzten beiden Monaten passiert ist". Beginnend bei den Listungsverhandlungen für die Butter hätten die Molkereien „gestanden", der Unterbietungswettbewerb wurde gestoppt. Ein erster Erfolg sei außerdem das neue Nordkontor von Nordmilch und Humana. „Ich hoffe, wir sehen den Beginn eines unternehmerischen Aufbruchs in unseren genossenschaftlichen Molkereien", sagte Sonnleitner. Er sprach sich auch für eine ständige Marktvorausschau als gemeinsame Einrichtung von Milcherzeugern und Molkereien aus. Dadurch könne man eine positive Vorstellung davon erhalten, wie künftig auf Nachfragesignale vom Markt reagiert werden kann. Sonnleitner kündigte an, Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner beim Wort zu nehmen, um kartellrechtlich gangbare Wege für Deutschland zu suchen.