Laut der leitenden Agraranalystin Emma Higgins von der Rabobank gibt es immer mehr Anzeichen für einen Aufschwung der Nachfrage nach Milchprodukten. Zwar gab es jüngst einen Preisrückgang bei GlobalDairyTrade (GDT), aber vorher liefen sechs aufeinanderfolgende Auktionen mit positiven Preisbewegungen, was auf einen günstigen Trend hindeutet.
Higgins führt diesen optimistischen Ausblick auf die nachlassenden Rezessionsängste zurück. Sie weist auch auf ermutigende Entwicklungen in China hin, wo sich die Umsätze im Einzelhandel und in der Gastronomie während der Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest positiv entwickelten. Darüber hinaus wird erwartet, dass das verlangsamte Wachstum der Milchproduktion in China die Importe im Jahr 2024 stützen wird, auch wenn sie möglicherweise unter dem langfristigen Durchschnitt bleiben werden.
Inmitten der positiven Entwicklung gibt es jedoch auch andere Überlegungen am Horizont. Higgins verweist auf bevorstehende Wahlen in wichtigen Milchregionen, darunter die Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni und die US-Präsidentschaftswahlen im November. Mögliche Führungswechsel könnten sich auf politische Maßnahmen wie Freihandelsabkommen, Nachhaltigkeitsinitiativen oder Ernährungsprioritäten auswirken und damit auch auf die Milchpreise.
Darüber hinaus sehen sich der niederländische und der irische Milchsektor mit niedrigeren Regelungen konfrontiert, die die Ausbringungsraten von organischem Stickstoff aus Gülle verringern. Dies könnte zu Anpassungen der Herdengröße oder höheren Kosten für die Dungentsorgung führen. Ähnliche Bedenken gibt es auch in Dänemark, wo eine Ausnahmeregelung im Juli 2024 verlängert werden soll.