Witterungsbedingt war der Milchmontag 2013 nicht ganz so gut besucht wie sonst – aber das Who is Who der Branche war in jedem Fall dabei (Foto: mi)
Der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes, Dr. Karl-Heinz-Engel (Foto), war sich auf dem traditionell im Rahmen der Grünen Woche stattfindenden Milchmontag mit dem neuen Bauernpräsidenten Joachim Hukwied und dem BMELV-Staatssekretär Peter Bleser einig, dass eine Mengensteuerung des Milchmarktes keine Zukunft mehr hat. Engel wies auf die laufenden Investitionen der Branche im Hinblick auf das Auslaufen der Quote und die weltweiten Marktchancen hin, die sich der Milchwirtschaft eröffnen. Für Deutschland und die EU sieht Engel ein deutliches Wachstum der Anlieferungsmengen ab 2015 voraus – Rohstoffmengen, die sich selbstredend nicht mehr allein im Binnenmarkt unterbringen lassen werden.
Hukwied (Foto) zufolge bereiten sich auch die Erzeuger auf die kommenden Gegebenheiten vor: der Berufsstand sage ja zum Markt und habe die Chancen im Export erkannt. Die Milchwirtschaft brauche zwar ein Sicherheitsnetz für schlechte marktlagen, aber beileibe keine Mengenregulierung wie sie der Danton-Bericht aus dem Europaparlament befürwortet.
Bleser (Foto) stützte beide Aussagen mit dem Hinweis auf die schon heute hohe Bedeutung des Exports für den Milchmarkt: 21% des Branchenumsatzes würden aktuell über Drittlandsausfuhren erwirtschaftet. Hier müsse auch die anstehende Agrarreform Spielraum für die Marktkräfte lassen, was eine Selbstreglementierung über eine wie auch immer geartete Mengenregelung verbiete. Zugleich erinnerte Bleser daran, dass die noch geltende Quotenregelung „vielen Bauern sehr viel Geld gekostet" habe.
Mit einer aktuell guten Marktlage – auch der Jahreswechsel zeigte keine wie früher übliche Marktschwäche – geht die Branche mit guten Aussichten in das neue Jahr. Der Handel müsse sich daher auf höhere Preise einstellen, sagte Engel. Sekundiert wurde ihm dabei auch von Hukwied, der eine Teilhabe aller in der Wertschöpfungskette Beteiligten einforderte.