Es wird mehr über "faire" Produkte geschrieben als tatsächlich gekauft. In den ersten 48 Wochen des letzten Jahres kauften die deutschen Verbraucher lt. Nielsen für 29 Mio. € "faire" Produkte, das waren 600.000 €/Woche. Der Gesamtumsatz der deutschen Milchindustrie kommt 2011 auf 21 Mrd. €, also ca. 500 Mio. €/Woche. So sind denn auch die tatsächlichen Absatzzahlen: Der Marktanteil bei Trinkmilch für "fair" liegt bei ca. 1 % und sinkt sogar am Ende des Berichtszeitraums (KW 48). Nur 39 Mio. l wurden t in 48 Wochen abgesetzt.
Erfolgreich: ohne Laktose
Besser machen es die Vermarkter der laktosefreien Produkte. Bei Trinkmilch liegt der Anteil nach "Nielsen" schon bei fast 4 %.
Auch diejenigen Molkereien, die sich mit der gentechnikfreien Fütterung und Vermarktung von Milchprodukten beschäftigen, berichten von guten Erfolgen. Der Marktanteil nach "Nielsen" wird bereits heute auf 4-5 % geschätzt, darin enthalten ist allerdings der gesamte Biosektor. Dieser scheint gestärkt aus der Dioxinkrise zu kommen. Der Biomilchanteil der in Deutschland gemolkenen Milch liegt zwar nur bei 2,3 %, ist aber stark wachsend und vielleicht auch für Erzeuger und Vermarkter ertragsreicher.
Hoher Anteil Handelsmarken
Die deutschen Verbraucher bleiben der Handelsmarke und damit Aldi und Co. treu. Ca. 50 % der deutschen Milchprodukte im Inland werden unter "no name" verkauft. Das reicht von 79 % bei H-Milch bis zu 23 % bei Trinkjoghurt.