Die Schweizer Branchenorganisation Milch (BOM) hat per 1. Juli 2026 einen Klimarechner für Schweizer Milchproduktionsbetriebe lanciert. Das neue Modul ist in das Farm-Management-System Barto integriert und ermöglicht die Berechnung des Treibhausgas-Fußabdrucks der produzierten Milch, wie die BOM in einer Mitteilung schreibt. Der Rechner ermittelt den sogenannten Product Carbon Footprint (PCF) auf Grundlage von Betriebsdaten zur Milchproduktion, Fütterung sowie zum Herden- und Hofdüngermanagement. Gleichzeitig können die Betriebe simulieren, wie sich verschiedene betriebliche Maßnahmen auf die Treibhausgas-Emissionen auswirken.
Neben dem CO2-Fussabdruck berücksichtigt das Instrument auch die Nahrungsmittelkonkurrenz: Es weist aus, welcher Anteil an für den Menschen verwertbarem Protein durch die Nutzung von Grünland neu erzeugt wird. Ein grosser Teil der benötigten Daten wird über digitale Schnittstellen automatisch aus bestehenden Datenbanken übernommen. Dadurch soll der Erfassungsaufwand für die Milcherzeuger gering bleiben.
Entwickelt wurde der Klimarechner gemeinsam mit der Fenaco-IT-Tochter Barto, dem IT-Dienstleister Bison, der Beratungszentrale Agridea und der Berner Fachhochschule BFH-HAFL, welche die wissenschaftlichen Grundlagen erarbeitet hat. Nach Angaben der BOM wächst das Interesse von Lebensmittelherstellern und Detailhändlern an belastbaren Klimadaten aus der Milchproduktion. Der neue Rechner bildet die Grundlage für Pilotprojekte, in denen der Product Carbon Footprint von Milch entlang der Wertschöpfungskette ermittelt werden soll.
Länderbericht
- Roland Sossna
Quelle: Food aktuell