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Quelle: VDMA

Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenbauer 2025

Das Jahr 2025 verlief für die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen positiv. Nach Daten des Statistischen Bundesamts verzeichneten die Unternehmen für das Jahr 2025 ein Wachstum von 4,9 Prozent am Standort Deutschland und erreichten damit einen neuen Rekordwert in der Produktion von fast 17 Milliarden Euro. Das Wachstum im drittstärksten Maschinenbau-Fachzweig beruht jedoch vornehmlich auf dem hohen Auftragsbestand, mit dem die Branchenunternehmen in das Jahr 2025 gestartet waren.

„Unsere Branche weist in den letzten Jahren eine anhaltend positive Entwicklung auf, Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen sind weltweit hochgefragt. Insbesondere die Hersteller von Verpackungsmaschinen können auf ein starkes Jahr 2025 zurückblicken und einen Zuwachs von 8 Prozent auf 9 Milliarden Euro erzielen“, sagte Christian Traumann, Vorsitzender des Fachverbandes Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen, auf der VDMA-Pressekonferenz anlässlich der interpack, die bis zum 13. Mai 2026 in Düsseldorf stattfindet.

Der Auftragseingang hingegen schloss im Jahr 2025 knapp unter dem Niveau des Vorjahres ab. Im ersten Quartal 2026 entsprach der Auftragseingang Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen bislang leider nicht den Erwartungen. „Geopolitische Krisen, Konjunkturschwächen in vielen wichtigen Absatzmärkten, die US-Zollpolitik, der anhaltende Ukrainekrieg sowie die jüngsten Entwicklungen im Iran sorgen für Unsicherheit und verzögern Investitionsentscheidungen“, erklärte Traumann. Er verweist aber auf die grundsätzlich positiven Wachstumsperspektiven der Branche angesichts der weltweit starken Entwicklungen der Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrien.

Deutsche Exporte wieder im Plus – USA wichtigster Markt
Im Jahr 2025 stiegen die Auslandslieferungen der gesamten Branche Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen um 2 Prozent auf rund 11 Milliarden Euro, davon entfielen fast 70 Prozent der Exporte auf Verpackungsmaschinen einschließlich Getränkeabfüllmaschinen.
Europa ist nach wie vor der größte Regionalmarkt für Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Die Exporte in die EU-27-Länder stiegen um 4,2 Prozent, während sie in die Region Sonstiges Europa um 3,3 Prozent zurückgingen. Insgesamt gingen 48 Prozent der deutschen Lieferungen in europäische Länder, davon entfielen 35 Prozent auf die EU-27.

Nach Europa ist Nordamerika die wichtigste Absatzregion für die deutschen Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen – mit den USA als wichtigster Markt. 2025 wurden Maschinen im Wert von fast 1,8 Milliarden Euro in die USA exportiert, was einem Anteil von 16 Prozent an den Gesamtexporten entspricht. Trotz der dortigen Zollpolitik sind die Exporte im Vergleich zum Vorjahr nur um 1 Prozent gesunken. Für die USA ist Deutschland das wichtigste Lieferland von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen, vor Italien, Kanada und China.

Asien ist mit einem Anteil von 14 Prozent weiterhin eine der wichtigsten Absatzregionen. Hier ist China als ehemals zweitwichtigster Markt für die Branche auf Platz fünf gerutscht. Seit 2022 sinken die Exporte in die Volksrepublik China kontinuierlich und fielen auch im Jahr 2025 um 8 Prozent auf 409 Millionen Euro. „China ist und bleibt ein wichtiger Markt. Allerdings sind die Wachstumsraten der chinesischen Wirtschaft deutlich schwächer geworden. Die „Made in China“ Politik der chinesischen Regierung sorgt zudem für eine Präferenz lokal gefertigter Maschinen und Anlagen, was den Lokalisierungsdruck für europäische Hersteller erhöht,“ kommentierte Christian Traumann.

Die Nachfrage aus dem Ausland blieb 2025 insgesamt hoch mit starken Impulsen und zweistelligen Wachstumszahlen aus einzelnen Märkten, darunter Mexiko, Ägypten, Algerien, Südafrika, Japan und Brasilien. Mit einem Exportumsatz von durchschnittlich 80 Prozent sind die Maschinenhersteller international sehr breit aufgestellt. Dies sorgt dafür, dass regionale Nachfrageunterschiede häufig ausgeglichen werden können. In der jüngsten VDMA-Konjunkturumfrage vom April 2026 wurden die regionalen Geschäftsaussichten in den Absatzregionen Afrika, Süd- und Mittelamerika, sowie Asien für die nächsten sechs Monate positiv bewertet.

Nicht nur die deutschen Exporte stiegen, auch das weltweite Außenhandelsvolumen von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen wächst seit vielen Jahren kontinuierlich und erreichte laut verfügbaren Daten aus dem Jahr 2024 einen vorläufigen Höchststand von fast 55 Milliarden Euro.
Zwei Drittel aller Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, die weltweit exportiert werden, stammen aus den Ländern der EU-27 (Stand: 2024). „Der Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau ist damit aufgrund seiner hohen Spezialisierung, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft die erfolgreichste Exportbranche des europäischen Maschinenbaus“, konstatierte Traumann. Deutschland und Italien liegen mit jeweils rund 20 Prozent Anteil am weltweiten Maschinenaußenhandel gemeinsam an der Spitze. Nach den verfügbaren Daten für den EU-Export für das Jahr 2025 sind die europäischen Exporte um 4 Prozent gestiegen.

Perspektiven und Herausforderungen
Die globale Verpackungs- und Verarbeitungsindustrie ist einer der dynamischsten Wachstumssektoren. Die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen profitieren vom Anstieg des weltweiten Absatzes von verpackten Lebensmitteln und die Maschinen leisten einen entscheidenden Beitrag für die sichere Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit Lebensmitteln, Getränken, und pharmazeutischen Produkten. Das Marktforschungsinstitut Euromonitor International prognostiziert eine Steigerung des weltweiten Absatzes von verpackten Lebensmitteln von 872 Millionen Tonnen im Jahr 2024 auf 968 Millionen Tonnen im Jahr 2029. Fast ein Drittel des Gesamtverbrauchs von 2024 geht auf die Region Asien. Zudem wird erwartet, dass in den Regionen Asien und Naher Osten/ Afrika die Nachfrage überdurchschnittlich stark wächst.

Die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen sind innerhalb des Gesamtmaschinebaus weiterhin positiver gestimmt hinsichtlich ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, der Umsatzerwartung und Kapazitätsauslastung. Dennoch ist auch hier Verunsicherung zu erkennen. Insbesondere in Bezug auf die US-Zölle und den Iran-Krieg sowie deutlicher Unmut über überbordende Bürokratie, die herausfordernden Standortbedingungen und die auf sich warten lassenden Reformen in Deutschland.
In zahlreichen Auslandsmärkten sehen sich die Unternehmen einem zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China ausgesetzt. Der technologische Vorsprung und die damit einhergehende Wettbewerbsfähigkeit von deutschen und europäischen Herstellern kann nur dann erhalten werden, wenn die strukturellen Standortnachteile in Deutschland und Europa – insbesondere Bürokratie, Energie- und Arbeitskosten – reduziert werden. Die Unternehmen erwarten hier entsprechende Reformen von der Politik.

 

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