Trotz vieler neuer handelspolitischer Herausforderungen konnten 2025 die Exporte von Mopro aus Österreich gesteigert werden. Die Gesamtanlieferung ist 2025 mit 3,68 Mio. t in Österreich um 2,8 % gestiegen. Der Anteil von Biomilch erreichte 18,1 % bzw. 633.600 t, der mit Abstand höchste Biomilchanteil in der EU. Dies berichtet der Milchverband Österreich MVÖ.
Der durchschnittliche Milchpreis erreichte 2025 in Österreich 63,58 Cent (2024 56,86 Cent) für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen inkl. USt. (+11,8 % zum Vorjahr). Für gentechnikfreie Qualitätsmilch (mit 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, ohne USt.) wurden durchschnittlich 54,04 Cent/kg erzielt (2024: 48,19 Cent/kg). Im Februar 2026 waren es 45,75 Cent/kg (Februar 2025: 53,12 Cent/kg).
Die Umsätze der österreichischen Milchverarbeiter sind 2025 um insgesamt ca. 9 % auf 4,4 Mrd. € gestiegen, wobei Zuwächse sowohl im Inland als auch im Export zu verzeichnen waren. Die Anzahl der Milch verarbeitenden Unternehmen blieb 2025 mit 69 gleich, ebenfalls die Anzahl der Betriebsstätten mit 92. 2025 waren 5.900 Mitarbeiter (2024 5850) beschäftigt. Die Ertragslage der österreichischen Molkereien ist gemäß einer Auswertung des Raiffeisenverbandes OÖ mit einem Ergebnis vor Steuern (EvS) von ca. 1 % bezogen auf den Umsatz weiterhin sehr knapp. Die knappe Ertragslage ist auch die Ursache für strukturelle Veränderungen in der Milchwirtschaft im Jahre 2025.
Die Anzahl der Milchbauern verringerte sich 2025 um 3,5 % von 21.569 auf 20.811. Der Milchkuhbestand ist mit 536.200 (- 0,1 %) konstant geblieben, im Durchschnitt hielt jeder Landwirt 25,8 Kühe, international gesehen ein sehr kleiner Wert.
Die österreichischen Milchexporte erreichten 2025 auf Basis der vorläufigen Zahlen der Statistik Austria mit 1,95 Mrd. € einen neuen Höchstwert und konnten um 9,5 % oder 175 Mio. € weiter zulegen. Bei den Importen gab es einen Zuwachs auf 1,32 Mrd. € (plus 12,4 % oder 150 Mio.€), was zu einem gestiegenen, positiven Außenhandelssaldo von 634 Mio. € (+ 4 %) führte. Die Exportquote bezogen auf den Umsatz betrug damit ca. 44,3 %, die Importquote 29,9 %. Die Hälfte der Exporte geht nach Deutschland, gefolgt von Italien, Spanien, Griechenland und den Niederlanden, ähnlich verteilt liegen die Importe.
Wichtigstes Außenhandelsprodukt blieb Käse. Hier wurden mit einem Export von 987 Mio. € und einem Import von 841 Mio. € mehr als die Hälfte der Umsätze erzielt. Flüssige Milchprodukte wurden im Wert von 449 Mio. exportiert und im Wert von 92 Mio. € importiert, drittwichtigste Kategorie im Export sind fermentierte Produkte mit 305 Mio. an Exporten und 85 Mio. € an Importen. Bei Butter lagen die Importe mit 156 Mio. deutlich über den Exporten von 27 Mio. €, ebenfalls gibt es bei Trockenmilchprodukten mit 87 Mio. an Importen und 51 Mio. € Exporten einen Importüberschuss.
Der Konsum von Milchprodukten entwickelt sich trotz Teuerungsdebatte positiv. Grund dafür ist, dass Milchprodukte einen sehr hohen Nährwert haben. Sie liefern viel Eiweiß, Vitamine und Mineralien in einer großen Vielfalt und einer hohen biologischen Verfügbarkeit, ihr Wert wird wieder mehr geschätzt. Besonders der Käsekonsum hat sich über die letzten Jahre mit einem Durchschnittsverbrauch von 26,5 kg und Jahr gemäß Erhebungen der Statistik Austria sehr
Die von der österr. Regierung geplante Mehrwertsteuersenkung für Grundnahrungsmittel umfasst auch Milchprodukte der weißen Palette, Butter und Joghurts, nicht Käse. Sie ist lt. MVÖ grundsätzlich zu begrüßen, auch wenn Milchprodukte in Österreich im Hinblick auf den Nährwert und ihre Qualität schon jetzt sehr günstige und hochwertige Lieferanten für Eiweiß, Fett, Vitamine und Mineralien sind.