Mit Microcell-Technologie hergestellte Joghurtbecher sparen 20–25 % Kunststoff (Foto: Promix Solutions AG)
Kunststoffe sind aus der Verpackungsindustrie nicht wegzudenken: Sie schützen Produkte zuverlässig, haben häufig einen geringeren CO₂‑Fußabdruck als alternative Materialien und lassen sich effizient verarbeiten. Gleichzeitig wächst der Druck auf Hersteller, Ressourcen zu schonen und den Rohstoffeinsatz weiter zu reduzieren – ohne Einbußen bei Stabilität, Funktionalität oder Recyclingfähigkeit. Mit der Einführung der EU‑PPWR dürfen ab 2030 nur noch Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die vollständig recycelbar sind; hinzu kommen ambitionierte Vorgaben für den Einsatz von Rezyklaten. Für diese Herausforderungen bietet die Promix Solutions AG nach eigener Darstellung eine wirtschaftlich wie ökologisch überzeugende Antwort: die Microcell Technologie. Sie reduziert das Verpackungsgewicht typischerweise um rund 20 %, erhält die mechanischen Eigenschaften vollständig und ermöglicht zugleich echte Kreislauffähigkeit.
Bei der Microcell Technologie werden umweltneutrale Gase wie CO₂ oder N₂ in den Kunststoff eingearbeitet. Dadurch entsteht eine feinporige, mikrozelluläre Schaumstruktur. Entscheidend sind Zellgröße und Zellverteilung: Eine sehr feine und homogene Struktur sorgt dafür, dass Becher oder Schalen auch nach dem Tiefziehen die gleiche Stabilität erreichen wie konventionell hergestellte Verpackungen – trotz signifikant reduzierter Dichte. Eine typische Extrusionslinie für Verpackungsfolien mit 800 kg/h Durchsatz spart mit der Microcell Technologie täglich bis zu 3,8 Tonnen Kunststoff ein. Das entspricht rund 3.800 € pro Tag bzw. über 80.000 € pro Monat. Hochgerechnet auf ein Jahr ergibt sich eine Reduktion von rund 1.000 Tonnen Kunststoff pro Linie. mDas geringere Foliengewicht bei gleicher Folienstärke senkt nicht nur den Energiebedarf beim Tiefziehen, sondern reduziert auch das Transportgewicht – was insgesamt zu einer verbesserten CO₂-Bilanz führt. Die Technologie ist für nahezu alle Polymere geeignet und lässt sich sowohl in bestehende als auch in neue Anlagen nahtlos integrieren.
Umweltfreundlich und vollständig recyclingfähig
Da Microcell mit umweltneutralen Treibmitteln und ohne umweltbelastende Additive auskommt, bleibt die Verpackung uneingeschränkt recycelbar. Auch Produktionsreste wie sie beim Tiefziehen anfallen, lassen sich problemlos wiederverwerten, da das Additiv sich nicht wie bei chemischen Treibmitteln anreichert.
Die Microcell Technologie eignet sich für eine breite Palette von Verpackungsanwendungen, welche im Extrusions- und Tiefziehprozess hergestellt werden: Lebensmittelverpackungen wie Becher oder Schalen, Boxen und technische Verpackungen sowie Form-Fill-Seal‑Anwendungen (FFS).
Praxisbeispiel: Der „leichte“ Joghurtbecher
Bei Joghurtbechern, die häufig im FFS‑Verfahren hergestellt werden, ermöglicht Microcell eine Materialreduktion von 20–25 %, ohne Einbußen bei Haltbarkeit oder Produktschutz. Während traditionell Polystyrol eingesetzt wird, gewinnen Polypropylen und Polyester zunehmend an Bedeutung.