Aktuell gibt es Milch und Butter im Handel für weniger als einen Euro. Die Auswirkungen auf den Auszahlungspreis sind besonders im Norden Deutschlands deutlich. Während die wirtschaftliche Lage der Branche bis zum dritten Quartal des vergangenen Jahres in vielen Bereichen positiv war, zeigen die Entwicklungen im letzten Quartal 2025 sowie der Ausblick auf die ersten Monate des neuen Jahres ein deutlich ernüchterndes Bild. So das Fazit von Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen (LV Milch NRW).
In einer Phase, in der der Lebensmittelhandel höhere Vorgaben für Haltungsformen, Tierwohl und Tiergesundheit fordert, werde gleichzeitig die aktuelle Marktlage genutzt, um die Verbraucherpreise – insbesondere bei Butter und Konsummilch – und damit auch die Milchauszahlungspreise, zu senken. Die Nordrhein-Westfälische Landesvereinigung rechnet deshalb damit, dass einige Betriebe angesichts der niedrigen Auszahlungspreise aus der Milchproduktion aussteigen. Dies würde dann allerdings auch dazu beitragen, mittelfristig den Mengendruck am Markt zu verringern und langfristig zu stabileren Rahmenbedingungen zu führen.
Angesichts einer zunehmend unkalkulierbaren globalen Handelssituation – geprägt unter anderem durch geopolitische Spannungen, internationale Handelskonflikte, den Klimawandel sowie politische Entwicklungen in den USA, China und der Ukraine – sei es unerlässlich, dass Politik, Branche und Handel in Deutschland gemeinsam Verantwortung übernehmen und die Zukunftsfähigkeit der regionalen Produktion stärken. Gerade für das bevölkerungsreichste Bundesland NRW müssen essenzielle Strukturen erhalten bleiben.