Bildquelle: ChatGPT Image 15. Apr. 2025, 15_23_58
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Quelle: AbL, MEG Milch Board

Hauptgutachten der Monopolkommission

Heute schlägt die Monopolkommission in ihrem neuen Hauptgutachten „Wettbewerb 2026“ erneut die Ex-Post-Evaluation bei Fusionen vor. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und MEG Milch Board fordern diese Evaluierung für die Fusion der neuen Arla (ehemals DMK Group und Arla Foods), die seit 1. Juni 2026 freigegeben ist. Sie ist nun die größte europäische Genossenschaftsmolkerei in Europa und hat ihre Marktmacht – auch gegenüber ihren Bäuerinnen und Bauern – in Deutschland massiv ausgedehnt.

Claudia Gerster, AbL-Bundesvorsitzende und Milchbäuerin: „Die EU-Kontrollbehörde muss nun beobachten, ob die Gewinne, die Arla aufgrund der Fusion angekündigt hat, auch bei den Bäuerinnen und Bauern ankommen. Bislang haben sich die Auszahlungspreise für uns durch keine Fusion entsprechend verbessert. Die DMK, die bereits enorme Fusionsschritte vollzogen hat, war jahrelang sogar Schlusslicht bei den Auszahlungspreisen in Deutschland. Wir beobachten, dass sich die Preise nicht an den Gewinnen der Molkereien orientieren, sondern von den Weltmarktpreisen beeinflusst werden. Das ist bei Genossenschaften, vor allem denen mit konzernähnlichen Strukturen, nicht anders. Das legt den Schluss nahe, die höheren Gewinne, die eine Fusion mit sich bringen sollte, werden vermutlich wieder abgeschöpft, statt den Bäuerinnen und Bauern ausgezahlt. Deshalb muss die EU-Fusionsbehörde eine Ex-Post-Evaluation durchführen.“

Frank Lenz, Vorsitzender des MEG Milch Boards: „Die EU-Behörde hat die Fusion bereits in der 1. Prüfungsphase ohne Auflagen zugelassen. Ein Argument der Behörde für die Fusion war, dass Bäuerinnen und Bauern der neuen Arla die Molkerei wechseln können, wenn sie mit künftigen Auszahlungspreisen und Bedingungen nicht zufrieden sein sollten. Diese Argumentation ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir haben unsere Bedenken fundiert in einer kartellrechtlichen Stellungnahme belegt und der EU-Fusionsbehörde schriftlich vorgelegt. Zwar sind mehrere Molkereien vor allem in Norddeutschland vorhanden, diese können aber kaum nennenswerte Kapazitäten aufnehmen. Außerdem ist aktuell zu viel Milch auf dem Markt, weshalb ein Wechsel für Betriebe derzeit risikobehaftet ist. Das heißt, Bäuerinnen und Bauern sind den Bedingungen der neuen Arla ausgeliefert. Auch deshalb ist eine Ex-Post-Evaluation dringend geboten.“

Die Bauernorganisationen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und MEG Milch Board haben eine umfassende kartellrechtliche Stellungnahme zur Fusion von Arla Foods und DMK Group bei der EU-Fusionsbehörde eingereicht, um die kritischen Aspekte aus Sicht der Lieferant:innen einzubringen.

Links:

Hauptgutachten Wettbewerb 2026 der Monopolkommission – hier
Monopolkommission zu Fusionen – hier
Fallbeispiel: Klage der dänischen Milchbauern gegen fehlende Transparenz bei Arla – hier
Wertschöpfungsstudie MEG Milch Board – hier
Wechselquoten von einer Molkerei zur anderen – hier

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