Mitarbeiterinnen HBLFA Tirol, Abteilung Kulturen mit flüssigen Graukäsekulturen in Flasche von links nach rechts: Martha Hauser, Paula Karasek, Stephanie Becker, Petra Klingler, Bernadett Gürtler (Foto: HBLFA Tirol)
Der Tiroler Graukäse erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Allein im Monat Juli wurden über 500 Graukäsekulturen über die HBLFA Tirol abgesetzt. „Die hohe Nachfrage zeigt, dass wir mit der Begleitung der milchverarbeitenden Betriebe durch Forschung, Entwicklung und Lieferung von Kulturen durch die HBLFA Tirol den richtigen Weg gehen“, zeigte sich der österreichische Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig erfreut. Denn damit wurde die erfolgreiche Entwicklung einer traditionellen Spezialität gefördert, die heute weit über die Grenzen Tirols hinaus geschätzt wird.
Die HBLFA Tirol unterstützt die Herstellung von Graukäse seit vielen Jahren durch Forschung, Beratung und die Bereitstellung hochwertiger Kulturen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag
zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten und unterstützt insbesondere die kleinstrukturierte Milchwirtschaft im Alpenraum.
„Der Tiroler Graukäse ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie aus einem früheren Nebenprodukt der Buttererzeugung ein modernes Erfolgsprodukt entstehen kann“, betonte HBLFA Tirol Direktor Ronald Zecha. Ursprünglich wurde Graukäse hergestellt, um die bei der Butterproduktion anfallende Magermilch sinnvoll zu verwerten. Heute gilt er als unverwechselbare regionale Spezialität mit hoher Wertschätzung bei Konsumenten.
„Neben seinem traditionellen Charakter überzeugt Graukäse auch aus ernährungsphysiologischer Sicht. Mit seinem sehr geringen Fettgehalt und dem gleichzeitig hohen Proteingehalt entspricht er den Anforderungen einer modernen und bewussten Ernährung. Immer häufiger wird Graukäse daher auch als regionales „Superfood“ bezeichnet“, weiß HBLFA Tirol Forschungsleiter Klaus Dillinger.
Die steigende Nachfrage nach Graukäsekulturen zeigt, dass traditionelle Herstellungsverfahren und aktuelle Ernährungstrends erfolgreich miteinander verbunden werden können. Für viele
landwirtschaftliche Betriebe eröffnet dies attraktive Perspektiven zur Schaffung zusätzlicher Wertschöpfung und zur Absicherung regionaler Produktionsstrukturen.