Markt
Quelle: BBV

Butterpreis: Ist Geiz wieder in?

Angesichts drastischer Preisreduzierungen für Butter im Lebensmitteleinzelhandel, insbesondere bei den Discountern, schlägt der Bayerische Bauernverband (BBV) Alarm. Der aktuelle Preisverfall ist aus Sicht des BBV nicht nur verantwortungslos, sondern möglicherweise auch unzulässig.

So wurde binnen weniger Monate der Preis für eine 250-Gramm-Packung Butter von 2,39 Euro zu Jahresbeginn auf nur noch 0,99 Euro gedrückt. BBV-Milchpräsident Peter Köninger findet dafür deutliche Worte: „Was wir hier sehen, ist ein Wettbewerb um das Image des Billigsten und genau das falsche Signal.“ Die Akteure des Lebensmitteleinzelhandels, die hier aktuell mit extremen Preissenkungen werben, konterkarieren damit ihre Forderungen der letzten Jahre nach mehr Tierwohl. Viele Betriebe haben sich in Richtung noch mehr Tierwohl weiterentwickelt und dafür zum Teil hohe Investitionen auf sich genommen. Nun müssen sie erfahren, dass insbesondere die Discounter sich hier nicht als verlässlicher Partner erweisen und aktuell nur auf Billigstpreise setzen. Dies erschüttert nicht nur das Vertrauen der Landwirte in diese Akteure des Lebensmitteleinzelhandels, sondern gefährdet auch die Zukunftsperspektive einer regionalen sowie auf Tierwohl und Nachhaltigkeit ausgerichteten Lebensmittelerzeugung.

Preis unter Einstandskosten? BBV bittet um Überprüfung 
Bei einem Verbraucherpreis von 0,99 Euro sind die Produktionskosten in der Lebensmittelkette nicht gedeckt – weder bei den Molkereien noch bei den Landwirten. Das wirft Fragen auf, ob Butter zu diesem Preis noch kostendeckend gehandelt oder möglicherweise unter Einstandspreis verkauft wird – ein Vorgehen, das rechtlich unzulässig sein kann. Im Sinne des deutschen Kartellrechts (§ 20 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 GWB) hat BBV-Generalsekretär Carl von Butler das Bundeskartellamt in einem offiziellen Schreiben auf die Problematik aufmerksam gemacht und eine Überprüfung gefordert. Der Verband sieht Hinweise darauf, dass die aktuellen Niedrigpreise einen Verstoß darstellen könnten.

Der Bayerische Bauernverband fordert den Lebensmitteleinzelhandel und die Discounter im Speziellen auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und faire, nachhaltige Preisstrukturen sicherzustellen. „Dumpingpreise, die ganze Wertschöpfungsketten gefährden, dürfen keine akzeptierte Marktstrategie sein“, so Peter Köninger.

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