Markt
Quelle: VMB

Aktueller VMB-Marktkommentar

Die Milchanlieferung in Deutschland hatte seit Ende August eine außergewöhnliche Entwicklung genommen. Entgegen dem saisonal üblich abnehmenden Verlauf legte die Anlieferung Ende August zu und bewegte sich auf dem erhöhten Plateau seitwärts. Zu Ende des Septembers verzeichnete die Milcherfassung erstmals wieder einen stärker ausgeprägten Rückgang zur Vorwoche (-0,9 %). Das geringere Vorjahresaufkommen wurde um gut 4,0 % übertroffen, so dass der Rückstand in den bisherigen neun Monaten auf ein Minus von 0,6 % schrumpfte.
Am Rohstoffmarkt entwickelten sich die Spotkurse zum Monatswechsel uneinheitlich. Bei Rahm scheint nach den kräftigen Kursrücknahmen, eine Bodenbildung einzutreten. Die Kurse konnten sich bei rund 6,15 Cent/% Fetteinheit erneut behaupten. Im Bereich der Eiweißverwertung hatte hingegen die schwächere Erlössituation angehalten. Bei Rohmilch war auf niedrigem Niveau bei einem leichten Auf und Ab keine eindeutige Tendenz erkennbar.

Butter: reduzierte Einstandspreise treiben Absatz
Durch die zweimalige Anpassung der Verbraucherpreise im September bei abgepackter Butter im Preiseinstiegssegment auf nun 1,49 Euro/250 g konnten die Verbraucher um 50 Cent günstiger einkaufen als noch zu Beginn des Septembers. Verbraucher reagierten darauf mit einem verstärkten Kaufinteresse und trieben die Bestellmengen des LEH/Discounts in die Höhe. Die Verbraucherpreisanpassung der Discounter setzte die Großhandelsabgabepreise mächtig unter Druck, so dass die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse in Kempten die Notierung in dieser Woche spürbar zurücknahm. Für abgepackte Butter wurde eine Spanne von 5,55 bis 6,25 Euro/kg veröffentlicht, was eine Korrektur von 1,00 Euro in der Untergrenze und 1,10 Euro in der Obergrenze bedeutet. Im Handel mit Blockbutter folgte nach starken Preiskürzungen im September eine Stabilisierung. Auf dem reduzierten Niveau kamen auch die Käufer aus der abwartenden Kaufhaltung zurück und zeigten wieder zunehmendes Interesse.

Käse: ungebremster Preisrückgang
Am Schnittkäsemarkt kehrte auch zu Beginn des Oktobers keine Stabilität ein. Eine erhöhte Rohmilchversorgung erforderte auch in der Käseherstellung eine umfangreichere Auslastung. Trotz der seit Ende August stetig rückläufigen Großhandelspreise hatten die Käufer ein zögerliches Kaufinteresse eingenommen. Auch in dieser Woche wurden an der Leitnotierung in Hannover ein weiteres mal die Preise für Block- und Brotware reduziert. In den letzten sechs Wochen verloren die Notierungen um durchschnittlich rund 60 Cent/kg und bewegten sich aktuell zwischen 3,60 und 3,90 (Blockware) 3,80 bis 4,20 (Brotware). Bei einem ausreichend gut versorgten Käsemarkt, hatte der Absatz für die Jahreszeit ein normales Niveau eingenommen. Bei den Lieferungen in den europäischen Binnenmarkt nahmen saisontypisch die Liefermengen nach Südeuropa ab. Im Drittlandexport könnte durch die merklichen Preiskorrekturen die Wettbewerbsfähigkeit steigen und auch das Währungsverhältnis entwickelte sich etwas günstiger.

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