Viele Getränkehersteller prüfen Wärmepumpen, Abwärmenutzung oder die Umstellung von Dampf auf Heißwasser. Ob solche Maßnahmen technisch funktionieren und sich wirtschaftlich rechnen, entscheidet sich jedoch nicht allein in der Energiezentrale. Ausschlaggebend sind auch die Produktionsprozesse: wann Wärme und Kälte gebraucht werden, auf welchem Temperaturniveau und welche Umbauten im laufenden Betrieb möglich sind.
Auf der BrauBeviale vom 10. bis 12. November 2026 stellt GEA sein Beratungsangebot Add Better Consulting vor. Das Team analysiert Produktionsprozesse, Wärmeversorgung und Kälteerzeugung einer Fertigung gemeinsam und betrachtet dazu bestehende Anlagen, Lastprofile und Energieflüsse. So lassen sich technische Varianten vergleichen, ihre Folgen für Produktion, CO₂-Ausstoß und Betriebskosten bewerten und Investitionen langfristig planen.
Prozesse benötigen Wärme und müssen zugleich kühlen. Dabei entsteht Abwärme, die sich unter bestimmten Bedingungen an anderer Stelle nutzen lässt. Dafür müssen Energieversorgung und Produktion zusammenpassen: Welche Temperaturen braucht der Prozess tatsächlich? Wann fällt Abwärme an, wann wird sie benötigt? Und welche Anpassungen sind möglich, ohne Qualität, Hygiene oder Durchsatz zu beeinträchtigen? Nach Erfahrung des GEA-Teams reichen technische Auslegungsdaten dafür häufig nicht aus. Entscheidend ist, wie die Anlagen im Alltag laufen und sich gegenseitig beeinflussen.
„Eine Wärmepumpe allein ist nicht für jeden Betrieb die passende Lösung. Erst wenn wir Produktion und Energieversorgung zusammen betrachten, sehen wir, was am jeweiligen Standort funktioniert“, sagt Dr. Isabel Osterroth, Senior Director Add Better Consulting & Nexus bei GEA.
Technisch möglich heißt nicht automatisch wirtschaftlich
Wärmepumpen können in Energiekonzepten eine zentrale Rolle spielen. Ob sie wirtschaftlich tragfähig sind, hängt neben Infrastruktur und Produktionsabläufen auch vom Verhältnis von Strom- zu Gaspreis ab.
In einem Brauereiprojekt, das Osterroth begleitet hat, gab eine Kälteanlage ihre Abwärme früher bei rund 35 °C an die Umgebung ab. Heute hebt eine Wärmepumpe diese Abwärme auf 90 °C an. Damit deckt die Brauerei bis zu 45 Prozent ihres gesamten Wärmebedarfs. Unter geeigneten Standort- und Prozessbedingungen lassen sich auf diese Weise bis zu 100 Prozent des Wärmebedarfs decken.
„Eine Lösung kann technisch schlüssig sein und sich trotzdem nicht rechnen. Darum schauen wir auf die ganze Rechnung: was die Anlage kostet, was sie im Betrieb kostet und wie stark wir in die Produktion eingreifen müssen“, sagt Osterroth. Das Team vergleicht für jeden Standort mehrere Varianten und bewertet Investitionsbedarf, Betriebskosten und betriebliche Risiken.
Ein Plan für die nächsten zehn bis 15 Jahre
Die Analyse reicht über die nächste Investition hinaus: Wie soll die Produktion künftig mit Wärme und Kälte versorgt werden? Kommen neue Linien hinzu? Welche heutigen Entscheidungen beeinflussen spätere Möglichkeiten?
„Wir prüfen, welche Entscheidung von heute spätere Umbauten erleichtert und welche sie unnötig verteuert“, sagt Osterroth. Wird ein Umbau erst in einigen Jahren wirtschaftlich, kann der Hersteller die Nachrüstung schon heute einplanen.
Am Ende steht ein priorisierter Fahrplan, der auf Bestandsanalyse, Machbarkeitsstudien und Wirtschaftlichkeitsbewertung beruht. Auf Wunsch übernimmt GEA auch die weitere Planung, Umsetzung und Betreuung im laufenden Betrieb. TÜV Rheinland hat den Add-Better-Consulting-Prozess einschließlich der Methodik validiert.
Praxisworkshop auf der BrauBeviale
„Wo geht Ihre Energie wirklich hin?“, 11. November 2026, 15:30–17:00 Uhr, Focus Corner, Halle 9, Stand 9-626, mit Dr. Isabel Osterroth und Julius Jung.