2026 wird ein wechselhaftes und herausforderndes Jahr für die Milchwirtschaft. Das betonte der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes (MIV), Detlef Latka, am 19. Januar anlässlich des traditionellen Milch-Montags in Berlin. Zwar sei das Tierseuchengeschehen rund um die Maul- und Klauenseuche im vergangenen Jahr glimpflich verlaufen, die Nachwirkungen seien jedoch weiterhin spürbar. Aktuell gebe es rückläufige Milchpreise, Latka rechnet jedoch mit marktüblichen Korrekturen und einem erneuten Anstieg – offen bleibe lediglich der Zeitpunkt.
Das Jahr 2025 bezeichnete Latka als bewegt, mit dem zweithöchsten Jahresmilchpreis. Im Herbst hätten jedoch steigende Milchmengen und die Marktmacht des Handels für spürbare Dämpfer gesorgt. Politisch verwies Latka auf den Regierungswechsel und „noch viel Luft nach oben“. Zentrale Themen seien weiterhin Paragraf 148 sowie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Insbesondere für das Exportgeschäft hoffe man auf politische Lösungen. Zusätzliche Unsicherheiten entstünden durch geopolitische Konflikte, eine schwer kalkulierbare Handelspolitik der USA sowie chinesische Zölle. Dennoch zeigte sich Latka zuversichtlich: Die Milchwirtschaft sei stark, stabil und werde die Herausforderungen gemeinsam meistern.
Auch der DBV-Milchpräsident, Karsten Schmal, hob die Vielzahl geopolitischer Krisenherde hervor. Versorgungssicherheit müsse stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein rücken, um in Krisenzeiten unabhängiger zu bleiben. Die Branche sei zwar Preisschwankungen gewohnt, ein Preisrückgang von rund 13 Cent innerhalb weniger Monate sei jedoch außergewöhnlich. Schmal thematisierte zudem das Tierseuchengeschehen sowie die Bedeutung von Handelsabkommen wie Mercosur, die Chancen auch für den Milchsektor bieten könnten. Mit Blick auf Paragraf 148 sprach er sich erneut für eine Opt-out-Lösung für Deutschland aus.
Fotos: Endemann