In der Lebensmittelproduktion wird viel in hygienegerechte Maschinen, Anlagen und Produktionsprozesse investiert. Doch ein vergleichsweise unscheinbares Arbeitsgerät kann dabei zum Schwachpunkt werden: der Hubwagen. Beschädigte Lackierungen, Korrosion und schwer zugängliche Bauteile können insbesondere in Nass- und Hygienebereichen Probleme verursachen. Nach Beobachtung des Transportgerätespezialisten OSWALD Transportgeräte achten Lebensmittelhersteller deshalb zunehmend auch bei ihrer innerbetrieblichen Transporttechnik auf Materialien, Reinigbarkeit und konstruktive Details. Edelstahl-Hubwagen gewinnen damit als Alternative zu klassischen, lackierten Stahlgeräten an Bedeutung.
„Früher standen beim Hubwagen vor allem Tragkraft, Gabellänge und Preis im Vordergrund. Heute fragen Kunden aus der Lebensmittelindustrie wesentlich genauer nach Materialien, Reinigungsmöglichkeiten und der Eignung für bestimmte Produktionsumgebungen“, berichtet Christian Oswald, Geschäftsführer der OSWALD Transportgeräte GmbH. „Die Transporttechnik wird zunehmend als Teil des gesamten Hygienekonzepts betrachtet.“
Wenn der Lack zum Problem wird
Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede in Betrieben, in denen Feuchtigkeit und intensive Reinigungsprozesse zum Alltag gehören. In Molkereien, der Fleisch- und Fischverarbeitung oder der Getränkeindustrie werden Transportgeräte regelmäßig Nässe und wechselnden Umgebungsbedingungen ausgesetzt.
Klassische Hubwagen bestehen häufig aus lackiertem oder pulverbeschichtetem Stahl. Werden die Oberflächen durch den täglichen Einsatz beschädigt, kann Feuchtigkeit eindringen und Korrosion begünstigen. Abgelöste Beschichtungspartikel können zudem ein unerwünschtes Kontaminationsrisiko darstellen.
Edelstahl bietet hier konstruktive Vorteile: Seine Korrosionsbeständigkeit beruht auf den Werkstoffeigenschaften und nicht auf einer zusätzlichen Lackschicht. Geeignete Oberflächen können dadurch auch unter reinigungsintensiven Bedingungen dauerhaft widerstandsfähiger sein. Entscheidend bleibt allerdings die konkrete Edelstahlqualität und ihre Beständigkeit gegenüber den eingesetzten Reinigungsmitteln.
Hygiene steckt im Detail
Dass es dabei längst nicht nur um das Material der Gabeln geht, zeigt ein Blick auf die technische Ausstattung moderner Edelstahl-Hubwagen. Auch Lager, Rollen, Hydraulik und Verbindungselemente müssen auf die jeweiligen Einsatzbedingungen abgestimmt sein.
Ein Beispiel ist der Premium-Edelstahl-Handhubwagen HTM20 aus dem Sortiment von OSWALD Transportgeräte. Laut Produktbeschreibung besteht das Modell aus AISI-304-Edelstahl und verfügt über Edelstahl-Kugellager sowie Hydrauliköl mit NSF-H1-Zulassung. Diese Schmierstoffklassifizierung ist für Anwendungen vorgesehen, bei denen ein unbeabsichtigter Lebensmittelkontakt möglich ist.
Zudem nennt der Anbieter die Fertigung nach EN 1672-1 und EN 1672-2 sowie die Schutzart IP65. Während die Normen unter anderem Anforderungen an Sicherheit und Hygiene von Lebensmittelverarbeitungsmaschinen behandeln, beschreibt IP65 den Schutz gegen Staubeintritt und Strahlwasser unter definierten Prüfbedingungen.
Die technischen Merkmale zeigen, wie sich Anforderungen aus hygienisch sensiblen Produktionsumgebungen auf die Konstruktion von Transportgeräten auswirken. Eine uneingeschränkte Eignung für sämtliche Reinigungs- und Desinfektionsverfahren lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.
Auch Hubwagen gehören in die HACCP-Betrachtung
Ein weiterer Aspekt ist die betriebliche Lebensmittelsicherheit. Im Rahmen HACCP-basierter Eigenkontrollsysteme müssen Lebensmittelunternehmen mögliche Gefahren entlang ihrer Prozesse bewerten. Dazu können auch Arbeitsmittel gehören, die innerhalb von Produktions- und Hygienebereichen eingesetzt werden.
Korrodierte Oberflächen, beschädigte Beschichtungen, schwer zu reinigende Bauteile oder ungeeignete Schmierstoffe können dabei relevante Risikofaktoren sein. Die Auswahl geeigneter Transportgeräte kann deshalb einen Beitrag zur Kontaminationsprävention leisten.
„Ein Hubwagen wird oft über viele Jahre genutzt und dabei täglich stark beansprucht. Gerade in der Lebensmittelproduktion sollte man deshalb nicht nur auf den Anschaffungspreis schauen, sondern auch auf die langfristige Reinigbarkeit und den Zustand der verwendeten Materialien“, sagt Oswald.
Edelstahl statt Standardgerät?
Der zunehmende Fokus auf spezialisierte Transporttechnik verändert nach Einschätzung von OSWALD auch die Kaufentscheidung. Während im klassischen Trockenlager häufig robuste Standardgeräte ausreichen, können in Nass- und Hygienebereichen andere Eigenschaften entscheidend sein.
Edelstahl-Hubwagen sind in der Anschaffung meist teurer als lackierte Stahlgeräte. Unter Bedingungen mit hoher Feuchtigkeitsbelastung und regelmäßiger Reinigung können ihre Materialeigenschaften jedoch Vorteile bei Lebensdauer und Instandhaltung bieten. Ob sich die Mehrinvestition rechnet, hängt von den konkreten Einsatzbedingungen ab.
OSWALD Transportgeräte hat sein Angebot an Edelstahl-Hubwagen deshalb ausgebaut. Das Sortiment umfasst neben klassischen Handhubwagen auch Scherenhubwagen und Hochhubwagen für unterschiedliche Einsatzbereiche.
„Wir sehen, dass der klassische Universal-Hubwagen zunehmend durch spezialisierte Lösungen ergänzt wird“, so Oswald. „Gerade dort, wo Hygiene, Feuchtigkeit und regelmäßige Reinigung zum Produktionsalltag gehören, wird die Materialwahl immer wichtiger.“
Foto: OSWALD Transportgeräte