GEA integriert die Hydract-Antriebstechnologie in ausgewählte VARIVENT Einsitz-, Umschalt- und Doppelsitzventile. Bild: GEA
GEA integriert die wasserhydraulische Hydract-Antriebstechnologie in sein VARIVENT-Ventilportfolio. Zum Marktstart wird sie zunächst für ausgewählte Einsitz-, Umschalt- und Doppelsitzventile verfügbar. Da VARIVENT-Ventile branchenübergreifend im Einsatz sind, richtet sich die neue Antriebsoption nicht nur an Brauereien und Getränkehersteller, sondern etwa auch an Molkereien und andere Produzenten mit hohen Anforderungen an hygienische Prozessregelung.
Hydract ersetzt die Druckluft für den Ventilantrieb durch ein geschlossenes Hydrauliksystem mit aufbereitetem Wasser beziehungsweise einem zugelassenen Wasser-Glykol-Gemisch. Eine kompakte Pumpstation versorgt die Ventile über Vor- und Rücklaufleitungen. Da das hydraulische Medium praktisch nicht komprimierbar ist, lässt sich die Ventilposition auch bei wechselndem Prozessdruck und schwankendem Durchsatz stabil regeln.
Neben der Prozessflexibilität wirkt sich der Wechsel von Druckluft auf Hydraulik deutlich auf den Energiebedarf aus. Bei Carlsberg weist GEA eine Reduzierung des elektrischen Energieverbrauchs für den Ventilantrieb von mehr als 95 Prozent aus. Ursache ist vor allem, dass die energieintensive Erzeugung von Druckluft für diese Prozessventile entfällt.
Bei neuen Anlagen kann dadurch auch die Druckluftinfrastruktur kleiner dimensioniert werden. In Brauereien wird Druckluft für andere Anwendungen weiterhin benötigt, der Bedarf für große Ventilbestände kann jedoch erheblich sinken.
Retrofit statt Komplettumbau
Hydract ist nicht auf Greenfield-Anlagen beschränkt. Die Technologie lässt sich auch auf bestehende Prozessventile umrüsten und kann innerhalb einer Anlage gemeinsam mit pneumatisch betätigten Ventilen betrieben werden. Carlsberg nutzt beispielsweise beide Antriebsarten parallel. GEA sieht darin insbesondere für Brownfield-Projekte die Möglichkeit, einzelne Prozessbereiche gezielt dort umzurüsten, wo hohe Regelgenauigkeit oder kontinuierliches Blending zusätzlichen Nutzen bringen.
Ein vollständiger Wechsel von Pneumatik auf Hydraulik ist weder erforderlich noch für jede Anwendung sinnvoll. Pneumatische Ventile bleiben für zahlreiche Standard- und Utility-Anwendungen die etablierte Lösung. Hydract ergänzt dieses Portfolio dort, wo präzise Regelung, Prozessflexibilität oder ein reduzierter Druckluftbedarf wirtschaftlich relevant werden – eine Abwägung, die sich in der Milch- und Getränkeindustrie gleichermaßen stellt.