Clemens Fuest, Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung ifo, plädiert für eine Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 7%. Alle Waren sollen lt. Füst gleichermaßen mit 19% MwSt. belegt werden. Damit würden auch Grundnahrungsmittel wie Milch teurer, ein Liter Frischmilch würde 12% mehr kosten.
Handelsmarken-Milch (aktuell 0,95 € –1,05 €) würde künftig etwa 1,05 € bis 1,15 € kosten, Konsum-Markenmilch (aktuell um 1,20€ –1,50 €) käme auf 1,30 € bis 1,65 €.
Bei durchschnittlichen monatlichen Ausgaben von etwa 400 bis 600 Euro für ermäßigt besteuerte Güter (Lebensmittel machen 18% des statistischen Warenkorbs aus) würde die Erhöhung auf 19 Prozent zu monatlichen Mehrkosten von rund 45 bis 67 Euro führen, was einer jährlichen Mehrbelastung von 500 bis 800 Euro netto entspräche. Im Gegenzug soll es nach Fuests Idee eine Gutschrift von 360 Euro für ärmere Haushalte geben. Unter dem Strich käme es zu Mehreinnahmen für den Staat in Höhe von geschätzten 36 Mrd. €.
Für den deutschen Mittelstand und den Lebensmittelhandel wäre eine solche „Reform“ ein Preisschock mit direkten Folgen für die Kalkulation. Wer wie Molkereien oder Einzelhandel mit knappen Margen arbeitet, muss die höhere Steuer irgendwo unterbringen. Es bliebe nur Weitergabe an Kunden, Einsparungen im Betrieb oder ein Mix aus beidem übrig.