Die anhaltenden Hitzewellen führen bundesweit zu sinkenden Ernteerwartungen. Während sich die Getreidebestände im Frühjahr zunächst gut entwickelt hatten, haben die extremen Temperaturen vielerorts zu erheblichen Schäden geführt. Für Milchviehbetriebe bedeutet das u.a. steigende Futterkosten, die den größten Anteil der Produktionskosten ausmachen. Besonders betroffen ist der Silomais. Er bildet die Grundlage der Futterversorgung vieler Milchviehbetriebe und leidet derzeit massiv unter der anhaltenden Trockenheit. Bereits zu Beginn der Blüte zeigt sich, dass die Erträge vielerorts deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurückbleiben werden. Die Dürre belastet damit nicht nur die Ernte, sondern erhöht gleichzeitig die Kosten der Milchproduktion.
Gleichzeitig ging die in Deutschland erzeugte Milchmenge, die in den ersten fünf Monaten des Jahres noch deutlich über dem Vorjahresniveau lag, in der ersten Juliwoche um 3,6 Prozent zurück. Trotz des leichten Mengenrückgangs zahlen die meisten Molkereien weiterhin einen Milchpreis unter 40 Cent je Kilogramm Milch. Der aktuelle Milch Marker Index der MEG Milch Board weist für den Monat eine durchschnittliche Kostenunterdeckung von 28 Prozent für die Milchviehbetriebe aus.
Im Herbst soll in Deutschland die EU-weit verbindliche Vertragspflicht umgesetzt werden. Die MEG Milch Board fordert, als Vertreterin der Milcherzeuger in die Konsultationen des Bundeslandwirtschaftsministerium einbezogen zu werden. Ziel ist eine Vertragsgestaltung, die es den Bauern ermöglicht, ihre Milch nicht lediglich abzuliefern, sondern sie auf Grundlage vertraglich vereinbarter Mengen, Qualitäten, Laufzeiten und Preise tatsächlich zu verkaufen.
Frank Lenz, Vorsitzender des MEG Milch Board, erklärt: „Vor dem Hintergrund, dass eine ganze Branche vom fairen Wettbewerb ausgeschlossen ist, erwarten wir von der Bundesregierung, dass die MEG Milch Board in die Umsetzung der EU-weiten Vertragspflicht einbezogen wird. Wir fordern nichts anderes, als dass auch wir Bäuerinnen und Bauern unser Verhandlungsgeschick am Markt wirksam einbringen können.“