Der Butterpreis im Regal des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels ist schon seit längerem nicht nur ein bloßer Marktpreis, sondern in gleicher Weise ein ständiges Handelspolitikum, gepaart mit maximaler medialer Aufmerksamkeit. Konkret: Nicht alle Preisanpassungen nach oben oder unten für den 250 g Ziegel sind marktkonform und logisch, sondern dienen nicht selten als strategisches Kampfinstrument im harten Wettbewerb der Lebensmittelhändler untereinander.
Nicht überraschend, marktkonform – wegen der anziehenden Rahmpreis auf etwa 5 Cent/Fetteinheit – und erfreulich hat Anfang der Woche Branchenprimus Aldi die Endverbraucherpreise für die Eigenmarke “Milsani” von 1,05 Euro auf jetzt 1,19 Euro/250 g angehoben und damit die Konkurrenz zum sofortigen Nachziehen veranlasst. Bereits in der ersten Märzwoche hatte Aldi den kurz vor Weihnachten auf unter die Marke von 1 Euro abgestürzten EVP für die Eigenmarke auf 1,19 Euro/250 g angehoben, wurde dann aber in der letzten Aprilwoche von Konkurrent Lidl übel vorgeführt. Dieser hatte nicht nur marktbedingt, sondern auch wegen des “Mengenstaus” und um den Milchbauern durch die mit einer Preissenkung verbundene Steigerung der Nachfrage zu “helfen”, den EVP wieder auf 1,05 Euro/250 g zurückgesetzt. Jetzt also wieder das Frühjahrsniveau von 1,19 Euro/250 g, das übrigens auch für die Milchstreichfette der Eigenmarken gilt. Nicht neu, aber auch ungewöhnlich bei einem pflanzlichen Anteil von 35 Prozent bei diesem Mischprodukt.
Auffallend in dieser Woche, dass nahezu alle Lebensmittelhändler, übrigens auch Aldi, die Butter bekannter bayerischer Markenhersteller zwischen 1,11 Euro und 1,39 Euro/250 g, mit App resp. Bonus sogar für unter 1 Euro anbieten. Heißt: Sogar unter dem neuen Preisniveau der sog. “Billigbutter. Und ganz kurios: Kaufland bietet seit gestrigem 10. September für eine komplette Woche seine Eigenmarke “K-Classic” für nur 88 Cent/250 g an. Mehr Lockvogel ist kaum möglich!