Reinhard Rode, im Foto neben seiner Ehefrau, feiert heute seinen 90. Geburtstag (Foto: ZDM)
An seinem diesjährigen Geburtstag kann Reinhard Rode auf 90 Jahre Leben für das Meiereiwesen in Schleswig-Holstein stolz zurückblicken. Geboren am 20. April 1936 in einer Meierei und auch dort aufgewachsen, war ihm der Meieristenberuf in die Wiege gelegt worden. Nach seiner Ausbildung in Mühlenbarbek und Gehilfenjahren in Schleswig-Holstein und Hessen war der nächste logische Schritt der Obermeier- und Meisterlehrgang im milchwirtschaftlichen Zentrum in Malente.
Nach dem Meisterlehrgang begann er sofort eine verantwortungsvolle Tätigkeit als Betriebsleiter in Neversdorf und Leezen. In Leezen war er über viele Jahre ein erfolgreicher Ausbilder. Viele seiner ehemaligen Auszubildenden arbeiteten oder arbeiten noch heute in führenden Positionen der Milchwirtschaft oder der Zulieferindustrie.
Von 1981 bis 1994 war Reinhard Rode Vorsitzender des „Aus- und Fortbildungsausschusses im Zentralverband Deutscher Milchwirtschaftler (ZDM)“. In dieser Funktion trieb er maßgeblich die erste Neuordnung der beiden milchwirtschaftlichen Ausbildungsberufe sowie die Novellierung der Meisterprüfung im Molkereifach voran. Dieses Engagement ehrte sein Heimatverband, der Fachverband der Milchwirtschaftler Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2001 mit der Verleihung des „Hans-Clausen-Preises“ für den herausragenden Einsatz für die Branche.
Auch im Verbandswesen wurde er früh aktiv und übernahm 1976 den Vorsitz des damaligen Verbandes der Milchwirtschaftler von Schleswig-Holstein und Hamburg als Nachfolger von Hans Clausen. Seine vorausschauende Verbandsführung zeigte sich in der Verlegung der Verbandsgeschäftsstelle in die damalige Bundeshauptstadt nach Bonn im Jahr 1976. Diese Entscheidung wird heute als logisch und konsequent betrachtet, war aber zur damaligen Zeit auch sehr umstritten.
Sein Berufsleben war auch immer geprägt von der Ausbildung junger Menschen, so war es nur logisch, dass er viele Jahre Prüfer in den Abschlussprüfungen der Molkereifachleute in Schleswig-Holstein war. Sein Engagement in diesem Bereich wurde auch sichtbar in seiner Mitwirkung im Beirat der damaligen Milchwirtschaftlichen Lehr- und Untersuchungsanstalt in Malente.
Im September 1994 übernahm er von Hans Rauschmayr das Amt des Präsidenten des ZDM und stellte zusammen mit dem damaligen Vorsitzenden des Fachverbandes der Milchwirtschaftler Westfalen-Lippe e.V., Horst Rehsöft, den Rechtsanwalt Torsten Sach als neuen ZDM-Geschäftsführer zum 1. Januar 1995 an. In seine Amtszeit fiel auch die „Versöhnung“ mit dem Landesverband baden-württembergischer Milchwirtschaftler und dessen Wiedereintritt in den ZDM im Jahr 1999. Im Jahr 2000 übernahm die Bonner Geschäftsstelle auch die Geschäftsführung des hessisch-thüringischen Landesverbandes, des Verbandes der Ingenieure für Milchwirtschaft (VIM) und des Europäischen Verbandes der Milchwirtschafter (AEDIL). Im selben Jahr ging der ZDM eine Bürogemeinschaft mit dem Verband der Deutschen Milchwirtschaft (VDM) ein, was durch das gute Verhältnis von Reinhard Rode zu dem damaligen VDM-Präsidenten, Otto Dietrich Steensen, erleichtert wurde. Er war immer davon überzeugt, dass die berufsständischen Organisationen dem Strukturwandel in der Milchwirtschaft nicht hinterherlaufen dürfen, sondern vorausschauend alle Synergien zum Wohle der Mitglieder nutzen müssen.
Mit dieser Einstellung legte Reinhard Rode den Grundstein für eine neue Bürogemeinschaft mit dem Milchindustrie-Verband (MIV) in Berlin ab dem 1. Januar 2008. Ganz in seinem Sinne übernahm der ZDM seit seinem Umzug nach Berlin auch noch die Geschäftsführungen der Fachverbände der Milchwirtschaftler Westfalen – Lippe und Westdeutscher Milchwirtschaftler sowie des Fachverbandes der Milchwirtschaftler Berlin und Brandenburg e.V.
Reinhard Rodes Leidenschaft gilt immer noch der Geschichte der Meiereien in Schleswig-Holstein und des heimischen Käses. In diesem Zusammenhang unterstützt er seit 2025 seine Söhne im Rahmen von Käseverkostungen der Landkäserei Holtsee in der Käsekiste Leezen durch Vorträge über seinen beruflichen Werdegang und den milchwirtschaftlichen Unternehmen seines Sohnes Steffen Rode.
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