Verbände
Quelle: MIV, Berlin

Falsche Richtung

Die Reform verpflichtet zu schriftlichen Verträgen zwischen Milcherzeugern und Molkereien und schreibt vor, dass Preisformeln künftig die Produktionskosten der Landwirte berücksichtigen müssen.

Der Milchindustrieverband (MIV) kritisiert die Entscheidung scharf. Hauptgeschäftsführer Dr. Björn Börgermann warnt vor „einem Eingriff in die Markt- und Vertragsfreiheit sowie der genossenschaftlichen Autonomie“. Die neuen Vorgaben führten nicht zu höheren Milchpreisen, sondern zu mehr Bürokratie und Kosten. Auch verbindliche Revisionsklauseln seien in einem hochvolatilen Markt realitätsfern.

Von der Regelung ausgenommen bleiben Genossenschaften, sofern ihre Lieferordnungen gleichwertige Ziele verfolgen. Weitere Änderungen betreffen eine höhere Bündelungsgrenze für Milcherzeugergemeinschaften (10 % statt 4 %) und ein Krisenreduktionsprogramm.

Deutsche Abgeordnete von EVP und RENEW übten deutliche Kritik an den Eingriffen in bestehende Lieferbeziehungen. Die Trilog-Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission sollen bald beginnen – mit dem Ziel, bis Ende 2025 einen Kompromiss zu finden.

Verwandte Artikel

Unternehmen

Molkerei kurz vor Inbetriebnahme

Freshways setzt auf indischen Ingenieur-Dienstleister...
Unternehmen

45-Millionen-Investition

Glacier baut Werke in Langemark und Cavriago aus...
News

Bundesweite Rückrufaktion

Räucherschmelzkäse-Zubereitung kann Kunststoffteile enthalten...
Markt

Neues Abkommen mit Mexiko

EU-Exporte könnten um bis zu 75% steigen...
News

Überarbeitung statt Abschaffung?

Kommentar zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz...
Länderbericht

Weniger Milch im Mai

Zahlen zur französischen Milcherzeugung und -verwertung...
Nach oben scrollen