Jacob Gunter, leitender Wirtschaftsanalyst am Mercator Institut für China-Studien, geht bei Reuters auf mögliche Auswirkungen des Handelsstreits zwischen China und der EU im Mopro-Bereich ein: „Insgesamt belaufen sich alle EU-Milchexporte nach China auf rund 1,7 Milliarden Euro, was weniger als 1 % der gesamten EU-Exporte nach China ausmacht. Selbst wenn die Zölle so hoch werden, dass sie de facto den gesamten Milchhandel blockieren, werden die Auswirkungen auf die EU-Exporte also relativ gering sein. Dennoch werden die größten Exporteure nach China, von irischer Butter über finnisches Milchpulver bis hin zu spanischem Manchego und italienischem Parmigiano Reggiano, den Schmerz stärker zu spüren bekommen … China baut seine eigene Milchproduktion seit Jahren aus, und nur ein kleiner Teil aller in China konsumierten Milchprodukte wird importiert … China ist zwar wichtig für den Export von Butter und Käse, aber angesichts der Größe des Landes ist es immer noch ein kleiner Akteur.”
Gunter geht davon aus, dass austauschbare Milchprodukte am stärksten von den Zollerhöhungen betroffen sein werden, da Alternativen aus den USA, Kanada, Australien und Neuseeland kostengünstiger werden, also Butter, Milch, Milchpulver, Sahne und die gängigen Käsesorten. Bei weniger ersetzbaren Produkttypen – zum Beispiel bei vielen der hochwertigen und spezialisierten Käsesorten in Europa – wird die Hauptfrage sein, ab wann ein bestimmtes Produkt einfach unerschwinglich wird.