Proteste südbadischer Milchbauern beschäftigen die Justiz.Die Staatsanwaltschaft Freiburg ermittelt gegen unbekannt, nachdem ein LandwirtAnzeige erstattet hat. Es geht um eine Kundgebung vor der Breisgaumilch am 21.September 2009. Damals hatten Dutzende Landwirte acht Stundenlang verhindert, dass die Molkerei mit Milch beliefert wird. Die Staatsanwaltschaftprüft nun auf Nötigung, auf Mitglieder des Aufsichtsrates der Breisgaumilch könnteZwang ausgeübt worden sein.
Der Aufsichtsrat hat auf seiner Sitzung während des Boykottsan diesem 21. September einstimmig entschieden, Milchbauern finanziell zuunterstützen, die sich dem Boykott angeschlossen hatten und keine Milch mehrlieferten. Sie sollten einen Vorschuss bekommen, der mit späteren Lieferungenverrechnet werden sollte. Im Gegenzug sollte ein Teil des Milchgeldes bei jenenLandwirten einbehalten werden, die trotz Boykott weiter Milch ablieferten. Diesführte zu Verstimmungen innerhalb der Bauernschaft. Das Wort "Erpressung"machte die Runde. Die Regelung wurde kurze Zeit später vom Aufsichtsrat wiedergekippt.