„Unser Druck, den wir bis heute in der Politik aufrecht gehalten haben, hat sich gelohnt – und zwar für alle Betriebszweige. Wir sind einen guten Schritt vorangekommen, um die Liquidität der Betriebe zu sichern". Dies hob DBV-Präsident Gerd Sonnleitner anlässlich des Kreisverbandstages des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Steinfurt hervor. Er machte deutlich, dass sich die Agrarwirtschaft auf starke Schwankungen der Märkte einstellen muss. Deshalb brauche es weiter ein Sicherheitsnetz. Ebenso forderte er, dass bei den WTO-Verhandlungen gleiche Startvoraussetzungen geschaffen werden. Abrüstung bei den Exporterstattungen ohne gleiches Verhalten der Konkurrenten auf dem Weltmarkt mache keinen Sinn. Die Molkereistrukturen haben nach Einschätzung Sonnleitners in der Krise dazu beigetragen, dass der Absturz am Milchmarkt in Deutschland besonders heftig ausfiel. Daher brauche es endlich Fortschritte in der Bündelung des Angebots der Molkereiwirtschaft gegenüber den Handelsketten. Sonnleitner zeigte sich aber überzeugt, dass sich der Markt gestalten lasse, wenn die Molkereien besser zusammenarbeiten. Es sei ein erstes positives Zeichen, „was in den letzten beiden Monaten passiert ist." Beginnend bei den Listungsverhandlungen für die Butter hätten die Molkereien „gestanden", der Unterbietungswettbewerb wurde gestoppt. Daher hegt Sonnleitner die Hoffnung, dass dies der Beginn eines unternehmerischen Aufbruchs in den genossenschaftlichen Molkereien sei. Seiner Ansicht nach bleibt nämlich nur noch wenig Zeit, die Molkereibranche national gut aufzustellen. „Wenn diese Zeit nicht genutzt wird, bleibt bald nur noch als Lösung, starke Partner im angrenzenden europäischen Ausland zu suchen".