Das EG-Zusatzstoffpaket FIAP (Food Improvement Agents Package) wurde am 31. Dezember 2008 erlassen. Es regelt die Anwendung und die Zulassung von Zusatzstoffen, Enzymen und Aromen bei der Herstellung von Lebensmitteln. Das Gesetzespaket besteht aus vier Verordnungen, die alle am 20. Januar 2009 in Kraft traten und ab 2010 beziehungsweise 2011 wirksam werden. Die internationale Fresenius-Konferenz „Food Improvement Agents", die vom 2. bis 3. Dezember in Mainz stattfand, gab einen Überblick über rechtliche Aspekte, Forschung, Zulassung und Anwendung. Das EG-Zusatzstoffpaket FIAP verändert die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der EU für Lebensmittelenzyme erheblich, sagte Marc Leclerc (Novozymes, Nanterre/Frankreich). Vor FIAP unterschieden sich die rechtlichen Anforderungen von einem Mitgliedstaat zum nächsten sehr stark, was die Vermarktung der meisten Enzyme anbetrifft. Und bis zur Veröffentlichung der ersten EU-Positivliste für Lebensmittelenzyme werden Unterschiede bleiben. Wenn FIAP vollständig umgesetzt ist, wird die Rechtslage laut Leclerc deutlich einfacher. Zuvor müssen alle Lebensmittelenzyme, die derzeit auf dem europäischen Markt sind, neu bewertet werden, und zwar gemäß den Leitlinien für Lebensmittelenzyme, die kürzlich vom CEF-Gremium der EFSA veröffentlicht wurden. Das Problem mit den Leitlinien ist Leclerc zufolge die mangelnde Spezifität des Dossiers, der EFSA-Bewertung und der künftigen Positivliste. Die Verordnung über Lebensmittelenzyme ist ein allgemeiner Text, der keine hersteller- oder produktspezifischen Zulassungen vorsieht. „Insgesamt ist das Neubewertungsverfahren eine notwendige, aber harte Aufgabe für die Industrie, die in einem relativ engen Zeitrahmen zu schultern ist", urteilte Leclerc. Die Verordnung über Lebensmittelenzyme legt neue Kennzeichnungspflichten für Enzympräparate fest. Die Kennzeichnung der Endprodukte, die den Lebensmittelproduzenten obliegt, wird davon abhängen, ob eine bestimmte Anwendung von den 27 EU-Mitgliedstaaten als ein Verarbeitungshilfsstoff eingestuft wird oder nicht.
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