Das Foto zeigt eine Aktion beim belgischen Namur, wo angeblich
200.000 l Milch auf Felder gesprüht wurden (Foto: AFP)
In Belgien wurden
heute (12.9.09) bei Fosses-la-Ville (Namur) angeblich 200.000 l Milch von
wütenden Bauern auf Feldern versprüht. Das belgische BDM-Pendant Milk Producer
Interest Group (MIG) behauptet, dass insgesamt landesweit mit Schwerpunkt in
der Wallonie sogar 370.000 l vernichtet wurden, weitere Schwerpunkte der
Aktionen waren Sprimont (Luik, angeblich 100.000 l) und Aarlen (angeblich
70.000 l).
Die IG Milch beschloss heute lt. Medienberichten bei einer
Versammlung von ca. 500 Mitgliedern auf der Rieder Messe einen österreichischen "Bauernaufstand"
zur Unterstützung des von Frankreich ausgehenden Milchstreiks.
In Deutschland
gab es eine Aktion von ca. 35 Bauern in Bonn vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium,
wo angeblich 7.000 l Milch in den Kanal flossen. Laut Badische Zeitung schließen
sich in der Region Bonndorf „viele" Milchviehhalter sich der Aktion an. Stefan
Lehmann, Kreisteamleiter des BDM in der Ortenau , teilte mit, dass die Höfe in
mehreren Schwarzwaldtälern ihre Lieferung eingestellt hätten. Der
Aufsichtsratschef der Molkerei Breisgaumilch, Gottfried Hermann: Wir rechnen
damit, dass es zu einer Lieferzurückhaltung kommt. Der Umfang sei jedoch jetzt
noch nicht abzusehen.
input-aktuell.de berichtet, dass Polizei zum Schutz der
Milch-Union Hocheifel angerückt sei. Aufgebrachte Milcherzeuger aus Belgien,
Luxemburg und der Eifel protestierten mit einem Treckerzug auf der
belgisch-deutschen A 60-Grenze gegen die EU-Agrarpolitik und die niedrigen
Milchpreise. Die Autobahn zwischen Bleialf und St. Vith musste für mehrere
Stunden gesperrt werden. Um die Forderungen auch bildlich zu unterstreichen,
wurden mehrere tausend Liter Milch über das Geländer der Ourtalbrücke auf eine
belgische Wiese gesprüht. Zwei Strohpuppen, die den Kommissonspräsidenten José
Manuel Borroso und EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel darstellten, gingen in
Flammen auf.
Milchviehhalter aus dem Landkreis Roth schlossen sich dem
Lieferstopp ihrer französischen Kollegen an. Statt in Milchtanks fließe
Milch auf „vielen" Höfen in die Güllegrube. Knapp 20 Landwirte waren mit Schleppern
auf der Straße unterwegs.
In Lüneburg schütten drei Milcherzeuger Milch in den Gully.
Auch aus Ostfriesland kommen Meldungen über solidarische
Erzeuger, allerdings ohne konkrete Aktionen.
Am Montag um
20.30 Uhr wird es eine Zusammenkunft in der Karolingerhalle in Prüm (nahe MUH)
geben. Kundgebung sind für Mittwoch
beim MUH-Gelände und bei Hochwald in Thalfang vorgesehen. Kurt Kootz,
Landesvorsitzender des BDM, erklärte lt. Medienberichten: "Es wird keine
Blockaden geben, wir wollen nur unsere verzweifelte Situation deutlich machen…"