200 Milchbauern im
Einzugsgebiet vom Ostallgäu bis ins Große Walsertal liefern der Firma
Schönegger Heumilch
"Alles für den Käse"
FTF-Technik bei der Schönegger Käse-Alm
Die Schönegger Käse-Alm nutzt moderste technische Einrichtungen
und hat kürzlich ein System mit einem
fahrerlosen Transportfahrzeug mit unterschiedlichen Aufgaben betraut.
Das Unternehmen unter Führung des Käsermeisters Sepp
Krönauer, das 2008 sein 20-jähriges Bestehen feierte, legt nicht nur Wert auf
einen hohen Standard bei den Produktionsprozessen, sondern investierte in ihrem
vor einem Jahr in Betrieb genommenen Käse-Reifungslager in Transport- und
Lagertechnik von MLR.
Der logistische Aufwand bei der Käsereifung und -pflege wird
an Zahlen deutlich: täglich wurden bis Mai 40.000 bis 50.000 Liter Milch zu 60.000
Käselaben à 6 kg verarbeitet, in der zweiten Ausbaustufe der Käserei ist es
doppelt so viel Produktmenge. Alle zwei bis drei Tage werden die Laibe in der
Pflegestation behandelt.
Fahrerloses
Transportfahrzeug
Das aus Edelstahl gefertigte fahrerlose Transportfahrzeug
(FTF), ein über Magnetnavigation freifahrender Gabelhubwagen vom Typ MLR-Phoenix
mit 4,6 t Tragfähigkeit und einer Hubhöhe von 3.800 mm, bedient bei Schönegger das
Kühl- und das Reifelager, beschickt und entsorgt die Käsepflegemaschine und
bringt die Gestelle zum Verpacken in den Versand – und dies entsprechend genau
vorgegebener Zeiten. Im Reifelager stehen die mit den Käselaiben bestückten
Edelstahlgestelle vierfach hintereinander und zweifach hoch. Als Stapel mit
zwei Gestellen werden sie vom FTF im Lager bodeneben aufgenommen, mit maximal 1
m/s (vorwärts beziehungsweise rückwärts) transportiert und zum Zielort
gebracht. Bei der Auslegung des Fahrzeugs war zu beachten, dass der Boden nass
sein kann und streckenweise 1,5 % Steigung aufweist. Das Entstapeln an der
Käsepflegemaschine auf die dort installierte Fördertechnik, das erneute
Aufeinanderstapeln der Gestelle nach der Pflege sowie das Vereinzeln im Versand
besorgt das FTF ebenfalls.
Alle Gestelle sind mit einem Barcode versehen. Damit lassen
sie sich sowohl vom Barcode-Leser auf dem automatischen Fahrzeug als auch mit
einem mobilen Scannerterminal identifizieren. Die Anlage ist so ausgelegt, dass
sie rund um die Uhr arbeiten kann. Daher gehört zum System auch eine
Ladestation, ausgestattet mit einem Ladegerät und einem Batteriewechselgestell
zum Tauschen der entladenen gegen eine geladene 630-Ah-Bleibatterie. Der Tausch
geschieht manuell.
„Intelligenz"
Damit sämtliche Funktionen wie gewünscht durchgeführt
werden, laufen alle informationstechnischen „Fäden" im multifunktionalen
Logistic Operating System „LogOS" zusammen. Dieses Steuer- und Leitsystem ist
eine MLR-eigene Entwicklung t. Bei Schönegger erfasst LogOS die eingehende Ware
und übermittelt die Daten an das Warenwirtschaftssystem, verwaltet den Käse im
Reifelager chargenbezogen (= gestellbezogen) und sorgt für die exakte
Abarbeitung der detaillierten, variablen Käsepflegeprogramme. LogOS verwaltet
auch den Käse, der sich nach der Reifung im Kühllager befindet. Auch die
Käsegestelle werden von LogOS „betreut", denn es wird zwischen verschmutzten
und sauberen Gestellen unterschieden. Verschmutzte Gestelle werden vom
Leitsystem zum Waschen geschickt, saubere Leergestelle sendet LogOS zur
Einlagerungszone. LogOS – installiert in zwei Cold-Standby-PC – generiert zudem
sämtliche Transportaufträge für das automatische Fahrzeug und gewährleistet,
dass jede Charge entlang der logistischen Kette rückverfolgbar ist.
Für eine schnelle Hilfe bei Problemen mit dem fahrerlosen
Transportsys-tem sorgt eine Online-Kopplung zwischen Schönegger und MLR. Mit
ihr ist es möglich, sowohl Software- als Hardware zu prüfen.