Die niederländischen Branchenverbände LTO, NAJK, NZO und De Natuurweide fordern im Hinblick auf demnächst verschärfte Regelungen zur Gülleausbringung in den Niederlanden einen freiwilligen, beschleunigten Abbau des Milchviehbestandes und hoffen, die Europäische Kommission von der Notwendigkeit einer vorübergehenden Ausnahmeregelung zu überzeugen. Dies geht aus einem von den Organisationen ausgearbeiteten Krisenplan hervor. Die die gesamte Milchkette abbildenden Verbände erwarten bis 2035 einen schrittweisen Rückgang des Milchviehbestands um 15-20 %. Neben einer freiwilligen beschleunigten Schrumpfung der Kuhbestände befürworten die Organisationen auch den Vorschlag des scheidenden Landwirtschaftsministers Piet Adema, die Abschöpfung beim Handel mit Phosphatrechten von aktuell 10% auf 30 % zu erhöhen.
Die Organisationen fordern eine befristete Notmaßnahme von mindestens zwei Jahren, um eine beschleunigte Reduzierung des Milchviehbestandes in den Jahren 2025 und 2026 zu erreichen. Milchviehhalter, die ihren Milchviehbestand freiwillig reduzieren, sollen eine jährliche Entschädigung erhalten. Dies soll in Form einer Prämie oder Abgabe pro Tier erfolgen. Betriebe, die sich daran beteiligen, sollen von einer allgemeinen Kürzung der Phosphatrechte verschont bleiben, wenn sich dies als notwendig erweist, um die Gülleproduktion unter die 2025 in Kraft tretende reduzierte Gülleobergrenze zu bringen.
Für Bio-Milchviehhalter sollen gesonderte Regelungen getroffen werden.
Andere Verbände wie NMV, DDB, Netwerk Grondig und Zuivel NL, die zuvor am Tisch der Molkereiberatung saßen, haben den Krisenplan nicht unterzeichnet. Die Farmers Defence Force spricht davon, dass die Landwirte von ihrer eigenen Interessenvertretung verraten werden. Die Organisation berichtet auf Facebook, dass sie befürchtet, dass das Krisenpaket keine Lösung bietet und nur Schrumpfung mit sich bringt. Sie sieht das Krisenpaket als ein Messer im Rücken der in der Popularität wachsenden politischen Bauernpartei.